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3 Die Untersuchung

Zur Beantwortung der Hypothese wurden im Rahmen der laufenden BEN-Untersuchung [1] drei Gruppen Heranwachsender befragt (N = 1194). Die erste Kohorte umfasste jene, die am Ende der Schulzeit vor dem Übertritt in die Berufsausbildung standen (N=461), die zweite solche, die vor dem Eintritt ins Erwerbsleben waren (N=586) und in der dritten fanden sich jene, die sich mit dem Entscheid befassten, nach ersten Jahren der Erwerbstätigkeit in eine Weiterbildung einzusteigen (N=147). In der ersten Kohorte befanden sich 48% Männer und 50% Frauen. 2% gab das Geschlecht nicht an. Das Durchschnittalter lag bei 16.03 Jahren. In der zweiten Kohorte waren 43% Männer und 51% Frauen, wobei 6% keine Geschlechtsangaben gemacht haben. Hier betrug das Durchschnittsalter 20.43 Jahre. In der dritten Kohorte befanden sich 46% Männer und 40% Frauen, 14%, ohne Angaben zum Geschlecht. Das Durchschnittsalter betrug in dieser Kohorte 23.18 Jahre.

Die Daten wurden mittels einer Online-Fragebogenerhebung im Zeitraum zwischen Mai 2012 und August 2012 erhoben. Die Schulabgehenden wurden aufgrund einer zufälligen Auswahl von Schulen im Klassenverband in ihrer Schule befragt. Die jungen Erwachsenen am Ende ihrer beruflichen Ausbildung wurden in zufällig ausgewählten Berufsfachschulen aufgrund einer Auswahl der 20 häufigsten Berufe im Regelunterricht an der Berufsfachschule unmittelbar vor ihrer Lehrabschlussprüfung befragt. Die jungen Erwerbstätigen wurden teilweise in ihren Betrieben, teilweise aufgrund von kantonalen Daten über die Lehrabschlüsse angeschrieben und füllten den online-Fragebogen zu Hause aus. Es handelt sich auch hier um eine Zufallsstichprobe.

3.1 Instrumente und statistische Analysen

Aus dem Instrument zur Erfassung von Karriere-Entscheidungsprofilen (Career Decision-Making Profile CDMP) (Gati et al., 2010) wurden die drei Merkmale „Anstreben eines idealen Berufs“, „Entscheidungsverzögerung“ und „Informationen suchen“ als Dimensionen der Entscheidungsfindung mit je drei Items erfasst. Ebenfalls mit drei Items wurde die Passungswahrnehmung erfragt, basierend auf einer von Neuenschwander, Gerber, Frank und Bosshard (2013) entwickelten Skala (vgl. Tab.1). Die zur Validierung des Passungskonzepts herangezogenen Konstrukte wurden mit vier Items (Kontinuität Berufslaufbahn) bzw. mit fünf Items erfasst (Engagement und Verbundenheit).

Tabelle 1 Verwendete Instrumente und Reliabilitätsmasse je Kohorte (K1, K2, K3), (Cronbachα).

Tabelle 1 Fortsetzung

Die Antworten für die Konstrukte „Passungswahrnehmung“, „Kontinuität der Berufslaufbahn“ und „Engagement und Verbundenheit“ wurden auf einer sechsstufigen, jene zu den Merkmalen der Entscheidungsfindung auf einer siebenstufigen Antwortskala abgebildet. Insgesamt erwiesen sich die Konsistenzen der Skalen als akzeptabel. Die höchste Reliabilität zeigte sich in allen Kohorten bei der Passungswahrnehmung (α = .90 bzw. α =.91), die geringste in den Kohorten eins und zwei beim Prozessmerkmal „Anstreben eines idealen Berufs“ (α = .61 bzw. α =.68). In der dritten Kohorte waren die Konsistenzwerte beim Merkmal „Informationssuche“ (α = .58) bzw. „Kontinuität Berufslaufbahn“ (α = .51) am geringsten.

Die statistischen Analysen zur Klärung der Hypothese wurden mit dem Softwarepaket MPlus 7 (Muthén & Muthén, 1998 2012) durchgeführt. Fehlende Werte wurden auf der Basis des Expectation-Maximization-Algorithmus (EM) unter der Annahme multivariater Normalverteilung ersetzt (IBM Corp., 2013). Um zu überprüfen, ob die fehlenden Werte zufällig auftraten oder bestimmte Fragen überzufällig häufig ausgelassen wurden (MCAR), wurde der Test nach Little (1988) durchgeführt. Damit war die Voraussetzung dafür gegeben, fehlende Werte mittels EM zu ersetzen (p > .05).

  • [1] Das BEN-Projekt (Determinanten von Berufsbildungsentscheidungen beim Übergang in den Arbeitsmarkt) wird seit 2012 vom SBFI finanziell gefördert.
 
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