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3 Methodologische Aspekte

Die im vorliegenden Beitrag vorgestellten Ergebnisse sind der Ertrag einer Analyse von Daten, die im Rahmen einer zweistufigen Studie erhoben wurden. In dieser Studie wurden Lernende im Kanton Waadt befragt, deren Lehrvertrag aufgelöst wurde. Die erste Erhebung (Lamamra & Masdonati, 2009) konzentriert sich auf den Prozess, der zu einer Unterbrechung sowie zum formalen Ende der Ausbildung führt; die zweite Erhebung (Duc & Lamamra, 2014; Lamamra & Duc, 2012), die vier Jahre nach der Lehrvertragsauflösung stattgefunden hat, thematisiert die Wege, die anschliessend eingeschlagen wurden.

3.1 Forschungsfragen

Verschiedene Forschungsfragen liegen den beiden Erhebungen der Studie zugrunde. Zunächst sollte der subjektive Standpunkt der Jugendlichen nachvollzogen werden sowie die Art und Weise, wie sie eine Lehrvertragsauflösung erklären und erleben. Anschliessend ging es darum, die Situation der Jugendlichen vier Jahre nach einer Lehrvertragsauflösung und die Wege, die sie eingeschlagen haben, in Erfahrung zu bringen. Das übergeordnete Ziel bestand darin, die Frage des Übergangs Schule-Arbeit ausgehend von vorzeitigen Lehrvertragsauflösungen besser zu verstehen.

Im vorliegenden Beitrag soll in Erfahrung gebracht werden, inwiefern uns die vorzeitigen Lehrvertragsauflösungen über Schwierigkeiten bei der ersten Schwelle aufklären und was uns die Untersuchung der Wege nach der Lehrvertragsauflösung darüber hinaus in Bezug auf den Prozess des Übergangs Schule-Arbeit und der Sozialisation lehrt.

3.2 Stichprobe

An der ersten Erhebung nahmen 46 Jugendliche teil, die ihre duale Berufsausbildung während dem ersten Jahr abgebrochen haben. Die Teilnehmer wurden auf freiwilliger Basis mit Hilfe der Assoziation „Transition École-Métier“ rekrutiert, die in der Prävention von und in der Begleitung bei Lehrvertragsauflösungen aktiv ist [1]. Um möglichst unterschiedliche Situationen abzubilden, wurde die Quote in Bezug auf das Geschlecht, das Berufsfeld und den zuvor besuchten Ausbildungsgang im Vorfeld festgelegt. Dadurch haben wir erreicht, dass beide Geschlechter gleich stark vertreten sind (23 weibliche Teilnehmerinnen, 23 männliche Teilnehmer) und dass alle Berufsfelder sowie die beiden Hauptzweige der Sekundarstufe I, die traditionell zu einer Berufsausbildung führen, repräsentiert sind. Aufgrund des gewählten Zugriffs zur Stichprobe sind einige Verzerrungen zu bedauern. Obwohl jugendliche Immigranten bei den Personen mit Lehrvertragsauflösung oder ohne Qualifikation meistens überrepräsentiert sind (Eckmann-Saillant, Bolzman, & de Tham, 1994; Rastoldo, Amos, & Davaud, 2009), sind sie in unserer Studie unterrepräsentiert. Es waren vor allem Schweizer und Jugendliche mit doppelter Staatsbürgerschaft, die an der Studie teilgenommen haben, Untersuchungen in Bezug auf den Migrationsstatus der Jugendlichen sind daher nicht möglich.

Die zweite Stichprobe der Studie bestand in einer Nachfassaktion, wiederum wurde keine spezifische Selektion vorgenommen. Die 46 Jugendlichen, die anfangs interviewt wurden, wurden nach vier Jahren ein weiteres Mal kontaktiert. Auf diesem Weg wurden Informationen über 42 Jugendliche erhoben.

  • [1] Im Kanton Waadt hat die Assoziation TEM den Auftrag, mit allen Personen Kontakt aufzunehmen, deren Lehrvertrag aufgelöst wurde.
 
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