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7 Ergebnisse

Bevor die zentralen Ergebnisse zur Rolle der betrieblichen Ausbildungsqualität beim Auftreten von Lehrvertragsauflösungen dargestellt werden, werden einleitend die deskriptiven Ergebnisse zur Ausbildungsqualität in den Betrieben aus der Sicht der Berufsbildner/innen und der Lernenden differenziert nach Berufen präsentiert.

7.1 Ausbildungsqualität aus Sicht der Berufsbildner/innen und der Lernenden

Die deskriptiven Auswertungen zeigen, dass die Berufsbildner/innen die betriebliche Ausbildungsqualität mehrheitlich positiv bis sehr positiv einschätzen (vgl. Tabelle 4). Die Mittelwerte der Gesamtskala und der Subskalen liegen in einem hohen Bereich. Stellt man dem die Wahrnehmungen der Lernenden gegenüber, so zeigt sich zwar ebenfalls eine in der Tendenz positive Ausbildungsqualität, jedoch ist die Sichtweise deutlich kritischer. Ausser im Hinblick auf die Dimension der kognitiven Aktivierung fallen die Berichte der Lernenden signifikant bei mittlerer, teils grosser Effektstärke (Cohen's d) ungünstiger aus. Am stärksten divergieren die Wahrnehmungen bezüglich der Vergabe von Feedback durch die Berufsbildner/innen. Auffällig ist zudem die deutlich höhere Streuung der Angaben der Lernenden. Für diese Analyse wurden nur die Fälle berücksichtigt, für die sowohl für die Berufsbildner/innen als auch für die Lernenden Daten aus dem gleichen Betrieb vorlagen. Aus diesem Grund weicht die N-Zahl von der im Abschnitt 6 genannten Anzahl ab.

Tabelle 4 Ausbildungsqualität aus Sicht der Berufsbildner/innen und der Lernenden (Gruppenvergleich via t-Tests) .

***p<.001; **p<.01; *p<.05

7.2 Berufsspezifische Analysen

Unter berufsspezifischer Perspektive wird deutlich, dass sowohl aus der Perspektive der Berufsbildner/innen als auch aus der Sicht der Lernenden die Ausbildungsqualität von den Köchen/Köchinnen höher eingeschätzt wird (vgl. Tabellen 5 und 6). Die Unterschiede sind ausser im Hinblick auf die Skala „Unterstützung von Vernetzung und Selbstregulation“ signifikant, die Effektstärken liegen im kleinen bis mittleren Bereich, wobei der erhebliche Vorsprung bzgl. der Planung der Ausbildungsaktivitäten, aber auch derjenige hinsichtlich des Feedbacks ins Auge fällt. Da sich aber Koch- und Malerbetriebe in der Betriebsgrösse unterscheiden und da aus der Literatur bekannt ist, dass die betriebliche Ausbildungsqualität typischerweise mit der Betriebsgrösse kovariiert, wurde zusätzlich eine Kovarianzanalyse mit Kontrolle der Betriebsgrösse gerechnet. Die Ergebnisse der Kovarianzanalyse zeigen signifikante Unterschiede in den gleichen Dimensionen der Ausbildungsqualität wie bei dem t-Test (tabellarisch nicht dargestellt).

Tabelle 5 Berufsspezifische Unterschiede der Ausbildungsqualität (Sicht der Berufsbildner/innen).

Tabelle 6 Berufsspezifische Unterschiede der Ausbildungsqualität (Sicht der Lernenden).

2.884** .41

 
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