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F8: Welche Überschneidungen zum Produktentwicklungsund Produktionsmanagement sind dabei zu berücksichtigen? (Kapitel 13)

Transparenzmanagement ist nicht nur als eigener Aufgabenbereich, sondern zusätzlich auch als Teil des Produktentwicklungsund Produktionsmanagements zu begreifen. Das ist deshalb so, weil bestimmte Inhalte der externen Transparenzkommunikation eng mit der journalistischen Berichterstattung verzahnt sind, so dass beides kaum getrennt voneinander produziert werden kann. Bei diesen Inhalten handelt es sich um Informationen über das auf einen bestimmten Artikel, eine Themenstrecke oder Zeitungsausgabe bezogene Handeln der Autoren im Content-Produktionsprozess und die darauf bezogenen Führungsentscheidungen ihrer Vorgesetzten. Sie erklären den Entstehungsprozess eines journalistischen Beitrags. (siehe dazu F5)

Die konzeptionelle Entwicklung des redaktionellen Teils (Produktentwicklung) erfordert daher auch grundsätzliche Entscheidungen über Art, Umfang und Platzierung dieser TK-Inhalte. Sie betreffen insbesondere die Zielund Strategieplanung. In der strategischen Planung schneiden die Verantwortlichen die aktiv zu kommunizierenden Inhalte auf die für einzelne journalistische Produkte oder Produktteile relevanten Zielgruppen und Netzwerke zu. Außerdem können sie Kriterien für die Ausgrenzung und Auswahl der Informationen vorgeben. Was die kommunikative Vorgehensweise anbelangt, so haben die Produktentwickler über die Kommunikation in der gedruckten Zeitung und in den OnlineMedien der Zeitungsmarke zu entscheiden. Grundsätzlich ist zwischen TKElementen, die in die journalistischen Beiträge eingebunden sind, und eigenen TK-Beiträgen zu unterscheiden. Letztere stehen getrennt von den journalistischen Beiträgen, auf die sie sich beziehen. In den Online-Medien sind die Grenzen zwischen TK-Elementen und TK-Beiträgen allerdings fließend. Die Redaktion legt fest, welche Darstellungsformen dafür zum Einsatz kommen sollen.

Da Journalisten ständig über neue Themen berichten, sind die konkreten Informationen zur Entstehung ihrer Beiträge nicht im Voraus planbar. Die taktische Planung der TK-Inhalte erfolgt daher in der laufenden Produktion. Hier erst werden die eigentlichen Ausgrenzungsund Auswahlentscheidungen gefällt. Bei der Ausgrenzung können unter anderem der Informantenschutz sowie negative Folgen für die investigative Berichterstattung und die redaktionelle Autonomie eine Rolle spielen.

Wie die auf einzelne journalistische Beiträge bezogenen TK-Inhalte am Ende genau aussehen, hängt von der konkreten Maßnahmenplanung ab. Das Ergebnis kann zum Beispiel eine eigene Diskussionsund Hintergrundseite auf der Zeitungs-Website sein (eigene Medien). Zusätzlich kann der Autor auf einer Social Media-Plattform wie Facebook von seiner Recherchetour berichten oder einen Vortrag darüber halten [1]. Über die fallweise Planung der selbstbezüglichen Inhalte hinaus müssen die Produktionsmanager in Abstimmung mit dem TK-Bereich festlegen, nach welchen Regeln und mit Hilfe welcher Ressourcen die journalistisch arbeitenden Redakteure und freien Autoren die TK-Elemente und -Beiträge erstellen und mit den Lesern und Nutzern über ihre Arbeit kommunizieren sollen.

Um die Transparenzkommunikation in der Produktentwicklung und der Content-Produktion zu verankern, sind in diesen Bereichen konzeptionelle, organisatorische und personelle Entscheidungen zu treffen. Nicht zuletzt muss die Redaktion auch die Prozesse der TK-Kontrolle in die dortigen Arbeitsabläufe integrieren.

  • [1] Siehe dazu die Beispiele in Tabelle 13
 
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