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F2: Wo können die Beteiligten innerhalb der einzelnen Themenfelder ansetzen, um die redaktionelle Transparenz zu verbessern? (Kapitel 7)

Laut Definition ist mit redaktioneller Transparenz die Durchsichtigkeit und Verstehbarkeit einer Redaktionsorganisation gemeint[1]. Auf der Suche nach konkreteren Ansätzen für die Transparenzkommunikation wurde jedes der in Tabelle 5 für das Ziel der redaktionellen Transparenz dargestellten Themenfeldermit Hilfe von Ansätzen aus der Organisationsund Managementforschung und insbesondere der Redaktionsforschung genauer durchleuchtet. Dabei wurden verschiedene Umweltebenen der Redaktionsorganisation voneinander abgegrenzt und die formalen Strukturelemente noch weiter aufgegliedert, so dass verschiedene Arten von Zielen, Strategien, Regeln und Ressourcen ins Blickfeld gerieten. Relativ aufwendig darzustellen ist wegen seiner Komplexität das formale Regelsystem: Es reguliert zum einen die Aufgabenund Kompetenzverteilung (Arbeitsteilung, Entscheidungsdelegation, Hierarchie) und zum anderen die Leistungsund Managementprozesse, die in der Redaktion ablaufen. Beides schließt auch die Regulierung der Umweltbeziehungen mit ein.

Die formalen Regeln werden in den sozialen Praktiken, also im Handeln der Redaktionsmitarbeiter im Leistungsund Managementprozess sichtbar. Daneben lässt sich teilweise auch beschreiben, wann sie nach informalen Regeln, aufgrund von individuell herausgebildeten Schemata oder situationsabhängig gehandelt haben. In Bezug auf das situationsabhängige Entscheidungshandeln lässt sich zeigen, warum die Redaktionsmitarbeiter so und nicht anders vorgegangen sind (Herausbildung von Handlungsabsichten und -entwürfen), welche Entscheidungen sich im Rückblick als falsch erwiesen haben und welche offen geblieben sind.

Beim normativen, strategischen und operativen Managementhandeln gilt es vor allem, die Planungsund Kontrollaktivitäten transparent zu machen: Wie ist die neue Crossmedia-Strategie entstanden (Planungsprozess)? Welche Entwicklungen haben Kurskorrekturen erforderlich gemacht? Die Resultate können Außenstehende an den formalen Zielen, Strategien, Regeln und Ressourcen und am Handeln der Mitarbeiter im Leistungsprozess ablesen.

Das Handeln im Leistungsund Managementprozess hängt allerdings nicht nur von Strukturen und sozialen Konstellationen, sondern auch von den individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen der Akteure ab. Deshalb sind auch die berufliche Biografie und das Rollenverständnis der Redaktionsmitarbeiter Gegenstand der externen Transparenzkommunikation.

  • [1] Siehe dazu die Definition des Begriffes „redaktionelle Transparenz“ in Abschnitt 2.4.2.3.
 
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