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13.2.2 Zu kommunizierende Inhalte

Die strategischen Entscheidungen über die Inhalte der Transparenzkommunikation betreffen das auf einen bestimmten Artikel, eine Themenstrecke oder Zeitungsausgabe bezogene (qualitätsorientierte) Handeln im Content-Produktionsprozess. Thematisiert wird außerdem das fallweise Managementhandeln in der laufenden Produktion (z.B. Vorgabe von Themen, Führung von Autorenteams, heikle Veröffentlichungsentscheidungen). Welche TK-Inhalte für die Darstellung des Handelns im Content-Produktionsprozess zentral sind, geht aus den Fragenkatalogen in den Abschnitten 7.3.1 und 8.3.1 hervor.

Die vom TK-Bereich festgelegten Ausgrenzungsund Auswahlkriterien für die selbstbezüglichen Inhalte müssen mit den Auswahlkriterien für die journalistischen Inhalte abgestimmt werden. Die Kriterien ergeben sich aus der strategischen Planung der Inhalte durch den TK-Bereich und den Produktentwicklungsbereich. Sie werden als Verhaltensvorgaben im formalen Regelsystem des Produktionsbereichs verankert. Die eigentlichen Ausgrenzungsund Auswahlentscheidungen müssen die Autoren und Redaktionsmanager jedoch immer wieder im Einzelfall treffen, sie sind Teil der taktischen Produktionsplanung. Wie die TK-Inhalte genau gefiltert werden, hängt davon ab, ob die Redaktion sie nur passiv verfügbar machen oder auch aktiv ins Sichtfeld der Öffentlichkeit rücken will [1]:

(1) Inhalte der passiven Kommunikation

In der passiven Kommunikation beantworten die Autoren und Redaktionsmanager alle Fragen von Außenstehenden, die nicht von bewussten Ausgrenzungsentscheidungen betroffen sind. Von den im neunten Kapitel beschriebenen Grenzen und Risiken, die zu Ausgrenzungsentscheidungen führen, fallen hier insbesondere die folgenden Kategorien ins Gewicht:

1. Grenzen durch den Informantenschutz

2. Negative Auswirkungen auf die investigative Berichterstattung

3. Negative Auswirkungen auf die Autonomie redaktioneller Entscheidungen

Die Ausgrenzungskriterien und -entscheidungen sind den Lesern und Nutzern gegenüber zu begründen.

(2) Inhalte der aktiven Kommunikation

In der aktiven Kommunikation fallen zusätzlich zu den Ausgrenzungsentscheidungen auch Auswahlentscheidungen an. Dafür sind zwei Fragen zu stellen: Welche Relevanz haben bestimmte Informationen über das Handeln der Redaktionsmitarbeiter im Content-Produktionsprozess für das Qualitätsurteil der anzusprechenden Zielgruppen? Und sind diese Informationen für die Zielgruppen oder Zielgruppensegmente unterschiedlich relevant?

Auch hier müssen die Redaktionsmitarbeiter den Lesern und Nutzern erklären, welche Auswahlkriterien sie ihren Entscheidungen warum zugrunde legen.

  • [1] Vergleiche dazu die Ausführungen in Abschnitt 12.3.2.
 
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