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6.6 Praktische und technische Realisierung der Auswertung

Eine enge Orientierung an der vorangestellten Auswertungsmethode kann eine Überprüfung der Ergebnisse in einem interaktiven Austausch nicht ersetzen. Um im qualitativen Auswertungsprozess das Kriterium der Validität (Steinke, 2008) sicherzustellen, ist der kommunikative Rahmen einer Interpretationsgruppe unerlässlich (Bohnsack, 2008). Im Mittelpunkt stehen dabei verschiedene Lesarten des eigenen und fremden Materials, das idealerweise von interdisziplinär zusammengesetzten ForscherInnen diskutiert wird. Erst dadurch ist es möglich, „[…] eingefahrene Interpretationen zu hinterfragen und Hypothesen auf ihre ‚Robustheit' hin abzuklopfen“ (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2008, S. 200). Im Rahmen der vorliegenden Auswertung erfolgte eine kollegiale Interpretation mit Hilfe eines regelmäßig stattfindenden Treffens von Promovierenden der Universität Bielefeld sowie PromotionsstipediatInnen der HBS. In Bezug auf die Forschungsfrage war es erforderlich, die Transkripte der Interviews vorerst ohne Nennung des Geschlechts zu deuten. Ziel war es, durch eine geschlechtsneutrale Bewertung der Textpassagen die eigene Analyse von Geschlechtsunterschieden zu überprüfen und für Widersprüche sensibel zu bleiben.

Zur Strukturierung und Organisation der Auswertung erfolgte die Datenanalyse schließlich mit Hilfe der computergestützten Software MaxQDA 10. Hierzu wurden auf Grundlage der Auswertungsmethode in einem ersten Schritt die transkribierten Interviews codiert und miteinander verglichen. Das Programm erlaubt eine farbliche Markierung der Textstellen, sodass zunächst die Transkripte auf Basis der in Kapitel 6.5.1 dargestellten Aufmerksamkeitsebenen bearbeitet wurden. Hierbei erfolgte eine Sortierung der Textstellen mit Hilfe von Kategorien und weiteren Untercodes, die mit Anmerkungen (Text-Memos) versehen wurden. Eine Herausforderung im Rahmen der Forschungsfrage bestand – ebenso wie in der Interpretationsgruppe – darin, vorerst keine geschlechtsspezifische Zuteilung der Textstellen vorzunehmen. Dies bildete eine Interpretationsgrundlage für die in einem zweiten Schritt erfolgte Verdichtung der Muster und Thematisierungsregeln, in der die Codes innerhalb einer Kategorie Frauen und Männern zugeteilt wurden. Davon ausgehend konnte eine Zusammenstellung der inhaltlichen und sprachlichen Besonderheiten in der Darstellung von Ausgleichspräferenzen erfolgen. Die Entscheidung darüber, welche neben dem Geschlecht vorhandenen Kontrastierungsmerkmale in die Auswertung eingingen, wurde im Rahmen des Darstellungsverfahrens der Typenbildung getroffen, das in Kapitel 7.3 erläutert wird.

 
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