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3.2 Die Kernaufgaben im öffentlichen Kunstmuseum

Indem das Museum traditionelle und kulturell wertvolle Kunstobjekte ausstellt, versteht es sich als ein Repräsentationsraum innerhalb des nationalen kulturellen Kontextes. Das Museum wird als eine zentrale Position in der Gesellschaft wahrgenommen, an der kulturelle Identität erfahrbar ist. Es gilt als ein künstlerisches Gedächtnis und ein kulturelles Archiv in der modernen Gesellschaft. Indem ein Museum die regionalen oder national-kulturellen Artefakte präsentiert und sich von dem nicht Ausgestellten abgrenzt, macht es die eigene Identität sichtbar. Diese Identität definiert sich als unverwechselbar und als spezifische kulturelle Form. [1] In diesem Zusammenhang bestehen Rahmenbedingungen für jeden Museumsbetrieb. Ein Museum stellt durch eine eigene Sammlung eine Dauerausstellung oder mithilfe von Leihgaben Sonderausstellungen zusammen. Durch diese Ausstellungsformate bringt das Museum Kunst zum Vorschein. Es entscheidet durch die Ausstellungen, welche Kunst in einen öffentlichen Diskurs gebracht wird. Somit ist dieser Prozess als ein kreativer Vorgang zu verstehen, der dem Besucher unter anderem vermitteln soll, zwischen Kunst und Nicht-Kunst zu unterscheiden. [2]

Ein Museum stellt einen institutionellen Ort im globalen Raum dar. Es ist ein Ort im Kontext spezifischer sozialer, politischer und ästhetischer Situation vor dem Hintergrund einer globalisierenden Diskussion. Gerade Museen für zeitgenössische Kunst nehmen Bezug zu wechselnden Einflüssen lokaler und globaler Bewegungen. Diese Einflüsse greifen Museen auf und reflektieren diese, um den Vermittlungsauftrag zu erfüllen. Zudem versteht sich ein Museum als ein Ort des internationalen Ausstellungstourismus. Es bringt für internationale Besucher letztlich die Unterschiedlichkeiten von lokaler und globaler Kultur zum Ausdruck. [3]

Der Deutsche Museumsbund und der ICOM-Deutschland erläuterten und setzten die von der ICOM formulierte Definition für das deutsche Museumswesen um. Sie entwickelten allgemein formulierte überprüfbare Standards für eine Qualitätssicherung der Arbeit in den deutschen Museen. Der Fokus wird primär auf die traditionellen Kernaufgaben eines Museums gelegt: Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln. Diese sind in der Praxis nicht isoliert voneinander zu betrachten, da sie in vielfältiger Hinsicht ineinander greifen. [4]

  • [1] Vgl. Groys 1997, S. 47 f..
  • [2] Vgl. Zweite 2009, S. 23.
  • [3] Vgl. Spiegel 1998, S. 34.
  • [4] Vgl. Deutscher Museumsbund 2006, S. 4
 
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