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5.4 Lösungen und Lösungshinweise

5.4.1 Lösungen von Aufgabengruppe W

Die Aufgaben von W sind relativ einfach, wenn ein entsprechendes Wissen erworben und dabei die verwendeten begrifflichen Kategorien beachtet werden.

Lösung von Aufgabe W.1: b Lösung von Aufgabe W.2: a, c Lösung von Aufgabe W.3: c, d Lösung von Aufgabe W.4: d Lösung von Aufgabe W.5: b

5.4.2 Lösungen von Aufgabengruppe X

1b, 2e, 3f, 4d, 5g, 6a, 7c

Anmerkung: Bei dieser Aufgabe besteht die Schwierigkeit darin, dass die abwertenden Gegenbegriffe vorgegeben sind. Bei freien Antworten würden womöglich andere Gegenbegriffe genannt werden. Zudem sind die Zuordnungen nicht exklusiv. Der Gegenbegriff „Neugier“ könnte nicht nur „Interesse“, sondern auch

„Wahrheitsfindung“ zugeordnet werden. Ein Grund für die Uneindeutigkeit der Lösungen liegt in der Abstraktheit der abgefragten Begriffe.

1) Fanatismus

2) sexuelle Hörigkeit

3) Müllkippe, Schandfleck

4) Nazi, Ethnozentriker

5) Gegner ermorden

6) ungepflegter Rasen

Anmerkung: Die Vorschläge zur begrifflichen Umdeutung sind naheliegend, aber nicht erschöpfend. Die Begründungen der Schülerinnen und Schüler dienen dazu zu prüfen, ob sie tatsächlich Umdeutungen vorgenommen haben.

5.4.3 Lösungsvorschläge für Aufgabe Y

Argument, das die Kommunikation abbricht:

„Wollen Sie mich als hinterwäldlerisch bezeichnen? Das ich nicht lache … Und das sagen gerade Sie, obwohl Sie aus Buxtehude stammen?“

Argument, das die Kommunikation aufrechterhält:

„Toll, dass Sie schon so viel in der Welt herumgekommen sind. Teilen Sie Ihre Erfahrungen doch bitte mit mir.“

5.4.4 Lösungshinweise zu Aufgabengruppe Z

Aufgabe 1:

Die Argumentationen der einzelnen Personen erinnern an einen typischen ElternKind-Konflikt, den Schüler und Schülerinnen vielleicht in ähnlicher Weise schon selbst erlebt haben. Für diese Aufgabe müssen noch keine „problematischen Argumente“ explizit unterschieden und benannt werden können, um zu analysieren, mit welchen Taktiken in den Streitgesprächen argumentiert wird. Diese Aufgabe kann somit auch zu Beginn einer Unterrichtseinheit zu „problematischen Argumenten“ gestellt werden. In der Aufgabenstellung wurde der Operator „Charakterisieren“ verwendet, der zulässt, dass die gesamte Dialogstruktur betrachtet wird und nicht nur einzelne „problematischen Argumente“ abgehakt werden.

Eine Charakterisierung des Streitgesprächs könnte folgende Elemente enthalten: Julia ist 16 und will ausgehen. Sie versucht die Eltern zu überzeugen, indem sie ihnen Informationen über den Aufenthaltsort, die Dauer und die Kontaktperson liefert. Die Eltern sollen sich sicher fühlen und sie gehen lassen. Diese verbieten ihr abends auszugehen, mit der Begründung, dass der Bruder sich im gleichen Alter falsch verhalten hätte. Sie muss also die Konsequenzen für dessen Fehlverhalten tragen. Das lässt ihre Aufregung über die unfaire Entscheidung erklären. In der Aufregung schlägt ihr Ton in Ironie und in Beleidigungen um. Sie versucht

„Flatrate-Saufen“ ins Positive umzudeuten und weist ihre Eltern auf deren veraltete Moralvorstellungen hin. Julias Bruder Timo ist zwei Jahre älter als sie. Er bestreitet den Vorfall vor zwei Jahren und verharmlost ihn. Er unterstützt seine Schwester nicht und unterstellt ihr bedenkenloses Verhalten in der Disco. Er lässt sie vor ihren Eltern schlecht dastehen. Mit dem Totschlagargument, sie sei ein Mädchen, scheint für die Mutter der Streit beendet. Sie spricht ihrer Tochter die Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Handeln ab. Sie malt sich den Abend aus und übertreibt dabei die möglichen Gefahren. Sie pocht auf geschlechtsspezifische Unterschiede, vor allem wenn es darum geht, sich bei Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen. Der Vater gibt schließlich zu, dass sie als Eltern ihrer Tochter nicht vertrauen. Er beruft sich auf fingierte Fakten aus der Zeitung bezüglich des Alkoholgenusses von Jugendlichen und Gerüchten aus der Nachbarschaft über den Vater von Julias Freundin. Das genügt ihm als Grund, sie nicht ausgehen zu lassen. Er behält das letzte Wort und lässt keine weitere Diskussion zu.

Hinweise zu Aufgabe 2:

Quelle: Eigene Darstellung

Hinweise zu Aufgabe Z2, 1:

Miriam rechtfertigt ihr Vordrängeln, indem sie die Definition von Egoismus (positiv) umdeutet und auf dieser Umdeutung aufbauend ihre Schlussfolgerung zieht. Dabei ignoriert sie das Problem, dass ihre Definition gerade die Wertfragen ausklammert, die bei der Befassung mit dem Thema „Egoismus“ zentral sind.

Hinweise zu Aufgabe Z2, 2:

Eine mögliche Abwehrstrategie gegen die Umdeutungsversuche Miriams wäre, dass man die Definition näher ausdifferenziert, um so erkennen zu können, dass die genannte Definition auf das bestehende Problem nur unzureichend zutrifft. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, die Prüfung von Wertaussagen anzustreben: Mit Hilfe des Kategorischen Imperativs ließe sich aufzeigen (siehe Kapitel 4), dass eine egoistische Handlung zwar durch eine „natürliche“, subjektive Maxime motiviert sein mag, dass diese Maxime aber nicht verallgemeinerungsfähig und damit moralisch nicht gerechtfertigt ist.

Lösung zu Karikatur 1: Ein Gerücht; möglicherweise eine Verleumdung. Lösung zu Karikatur 2: Eine Umdeutung (aus möglichen Fehlern Vorteile machen).

Anmerkung: Bei dieser Aufgabe müssen Schüler und Schülerinnen ihr Wissen anwenden und die dargestellten Sachverhalte interpretieren können. Sie müssen in der Lage sein, Dargestelltes zu beschreiben und in einen größeren thematischen Kontext einzuordnen.

Hinweise zu Aufgabe Z4,1:

Quelle: Eigene Darstellung

Hinweise zu Aufgabe Z4,2:

Es ist erforderlich, dass Ben einen Perspektivwechsel vornimmt. Hierbei könnte er die Taktiken aus dem Dialog mit Lucas, Sarah und Helen reflektiert aufgreifen, wobei die Argumente an die Situation angepasst werden müssen: Die NSA entspräche in etwa dem großen Bruder, Ben dem unter Terrorverdacht stehenden

Bürger. Dem Einfallsreichtum sind bei der Dialogerstellung keine weiteren Einschränkungen gesetzt.

Diese Aufgabe ist anspruchsvoll und verlangt auch von der Lehrperson Sicherheit im argumentativen Urteilen. Interessant an der Aufgabe sind ihr Bezug zum politischen Zeitgeschehen und die Möglichkeit kreativer individueller Lösungen.

 
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