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4.5.3 Lösungshinweise zu Aufgabe S

Gefragt war die Anwendung des „Ben Franklin Systems“. Hier wird die Lösung zu der Aufgabe weitgehend so wiedergegeben, wie sie Ennis (1996, S. 302 ff.) vorschlägt. Es soll mit der Lösung nicht suggeriert werden, dass diese vollständig oder unumstößlich ist. Vielmehr soll auf diese Weise demonstriert werden, wie man das System anwenden kann. Wer mehr erfahren möchte, kann dies im Original nachlesen oder findet Beispiele im Internet.

Es sollte Leinenzwang für Hunde im Stadtpark eingeführt werden

Quelle: Ennis 1996, S. 303

Ennis kommt zu dem Schluss, dass die Gründe für einen Leinenzwang überwiegen. Er vergleicht dazu die parallelen Elemente und gewichtet das Pro-Argument 4 doppelt, also so stark wie die Gegenargumente 4 und 5. Am Ende bleibt also ProArgument 5 übrig, das somit den Ausschlag für den Leinenzwang abgibt. Alternativen, die unter 6. aufgeführt sind, verwirft Ennis, auch nach Abwägung der angeführten Pround Gegenargumente.

4.5.4 Lösungshinweise zu Aufgabe T

Gefragt war nach den Elementen, die vor einer wichtigen Entscheidung berücksichtigt werden sollten. Hier werden die Ausführungen von Bierman und Assali (1996, S. 404 f.) zu der Aufgabe wiedergegeben. Diese Ausführungen können sich in der Aufgabe selbstverständlich nicht wiederfinden, da sie unbekannt waren. Die Ausführungen von Bierman und Assali sind jedoch zu Vergleichszwecken geeignet und um zu prüfen, ob man das methodische Prinzip verstanden hat.

Nun zur Fallvignette von Belle und Aaron, aus der Perspektive von Belle:

Ziele:

Belle hat eine Reihe von Zielen, die mit ihrer augenblicklichen Situation zusammenhängen: Eine Familie gründen, einen Studienabschluss erreichen, beruflich vorankommen, moralisch handeln.

Handlungen:

Belle denkt an einen Schwangerschaftsabbruch.

Betroffene Personen:

Zumindest Belle und Aaron werden von der Entscheidung betroffen sein, wahrscheinlich aber auch die Eltern der beiden. Belle weiß zudem um die moralischen Kontroversen, ob ein Fötus bereits als (potenzielle) Person mit eigenem Recht auf Leben zu beurteilen ist.

Auswirkungen:

Wenn Belle keinen Schwangerschaftsabbruch vornimmt, befürchtet sie das Studium nicht abschließen zu können und keine befriedigende berufliche Perspektive zu haben. Darüber hinaus hat sie Angst vor einer Verschlechterung ihrer Beziehung zu Aaron. Des Weiteren befürchtet sie, ihrem Kind nicht das an Bildung und Fürsorge mitgeben zu können, wie sie sich das wünscht.

Wenn sie einen Abbruch erwägt, glaubt sie unmoralisch zu handeln.

Ihre geschätzten Eltern und die von Aaron würden dagegen den Abbruch befürworten.

Einstellungen:

Belle hat eine positive Einstellung zu allen ihren Zielen.

Belle steht den Auswirkungen eines Nicht-Abbruchs negativ gegenüber, weil dadurch einige ihrer Ziele durchkreuzt würden.

Sie hat eine grundsätzlich negative Einstellung zum Schwangerschaftsabbruch, den sie für unmoralisch hält.

Sie ist sich ihrer Einstellung gegenüber Aaron unsicher, der einen Abbruch wünscht und sie zu diesem Zeitpunkt nicht heiraten möchte.

Sie möchte ihren und Aarons Eltern möglichst entgegenkommen.

Relevante Begriffe:

Belles sorgfältige Bewertung eines möglichen Schwangerschaftsabbruchs sollte sie nachdenken lassen über ihre Vorstellung von Liebe (zu Aaron), Glück, Moral (sind Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen, unmoralisch?) und Personalität (ist ein Fötus eine Person?).

 
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