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2 Deduktive Methoden

Mit deduktiven Methoden beschäftigt sich traditionell die Logik als Teilgebiet der Philosophie (Löffler 2008). Die Beschäftigung mit Logik reicht bis Aristoteles zurück und spielt bis heute eine wichtige Rolle in Philosophie, Mathematik und technischen Anwendungsgebieten. Entsprechend vielfältig sind inzwischen die Themen, Konventionen und behandelten Probleme auf dem Gebiet der Logik. Deshalb kann hier weder der Anspruch erhoben werden, einen einigermaßen verständlichen Überblick über die deduktiven Methoden zu geben, noch in dieses Gebiet umfassend einzuführen. Vielmehr sollen einige grundlegende Prinzipien deduktiver Logik vermittelt und eingeübt werden, die einen vernünftigen Umgang mit Argumenten und Folgerungen im alltäglichen Leben und insbesondere in schulischen Kontexten ermöglichen – unabhängig vom jeweiligen Fach und

den dort behandelten Fakten und Sachverhalten.

Logisches bzw. deduktives Schließen setzt stets Prämissen voraus. Deduktive Argumente werden häufig in Form von Syllogismen dargestellt. Nach Regeln der klassischen Logik werden insgesamt 24 Modi gültiger Schlussfolgerungen bzw. Konklusionen unterschieden. Folgt man diesen Schluss-Modi bei deduktiven Argumenten, folgt aus den gegebenen Prämissen zwingend eine gültige Konklusion. Wie man sehen wird, garantieren dagegen die Prämissen bei den induktiven Argumenten die Gültigkeit der Konklusion (die Verallgemeinerung aus Einzelfällen) nicht.

Zu beachten ist weiterhin, dass in der alltäglich verwendeten Sprache Prämissen und Konklusion oft nur schwer zu unterscheiden sind. Prämissen können jedoch mitunter durch sprachliche Indikatoren erkannt werden, etwa durch Wörter wie „weil“, „ja“, „doch“, „alle“, „ in Anbetracht der Tatsache, dass“. Indikatoren für Konklusionen sind dagegen Wörter wie „folglich“, „deshalb“, „also“, „daraus folgt“, „kann es gar nicht anders sein, als“ (Ennis 1996, S. 19; Löffler 2008, S. 48). Häufig müssen Prädikate oder ganze Aussagen und Aussagenverknüpfungen so verändert werden, dass eine Prüfung der Gültigkeit der gemachten Konklusionen möglich wird. Zur Erleichterung dieser Prüfung gibt es Formen der Veranschaulichung und formale Darstellungsweisen, worüber der nächste Abschnitt informiert.

 
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