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4 Ausgangsbedingungen

Wenn sich die Politische Bildung auf den Weg zu ihren Zielen machen will, reichen Kenntnis und Einverständnis in Bezug auf diese Ziele nicht aus. Wie bei der Planung einer Wanderung sollte man auch bei der Planung von Bildungsprozessen den Standort genau kennen, von dem aus man das Ziel ansteuert. Es stellt sich deshalb im Folgenden zunächst die Frage nach jenen Ausgangsbedingungen, die die soziale Umwelt des Menschen betreffen, um dessen Bildung es geht. Im zweiten Schritt wird es um die Ausgangsbedingungen der Innenwelt des Bildungssubjekts gehen. Wie schon bei den Zielen so ergibt sich auch bei den Ausgangsbedingungen diese Reihenfolge aus der schlichten Tatsache, dass Erstere schon da waren, ehe sich Letztere erst langsam herausbilden konnten. Die Analyse des Zusammenspiels von objektiven und subjektiven Voraussetzungen soll helfen, den Prozess des Mündigwerdens besser zu verstehen.

4.1 Institutioneller Rahmen

Institution ist ein Grundbegriff der Soziologie [1]. Er bezeichnet eine relativ stabile gesellschaftliche Einrichtung, die in langen Zeiträumen gewachsen ist und das Verhalten der Menschen steuert. Dabei tragen Institutionen zur vielfältigen Bewältigung des Alltags bei. Für die Politische Bildung sind Familie, Schule, Gleichaltrige, Medien, Verbände und zivilgesellschaftliche Bewegungen besonders wichtig. Für die Untersuchung des Einflusses von Institutionen auf die Politische Bildung ist vor allem die soziologische Sozialisationsforschung zuständig, die die Formung des Menschen im Prozess der Auseinandersetzung mit Institutionen untersucht [2].

Institutionen bilden den Rahmen für die praktischen Erfahrungen, die ihrerseits wieder als Material für das Verstehen und die Arbeit am Bewusstsein dienen.

  • [1] Z. B. Schimank 2008
  • [2] Zur Einführung in die politische Sozialisation vgl. z. B. Rippl 2008
 
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