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Narration, Drehbuch und Genre

Alle oben beschriebenen Elemente, die bei einer Filmanalyse untersucht werden, stehen immer im Zusammenhang mit der Narration (also der Geschichte und Erzählung) sowie dem Genre. Das heißt, jedes Element unterstützt das emotionale Erleben. Sehen wir beispielsweise eine romantische Komödie, dann wissen wir aus unseren Seherfahrungen, dass es am Ende ein Happy End gibt. Damit wir trotzdem diesem Film mit Vergnügen folgen, müssen die Hauptpersonen Hindernisse überwinden, bevor sie am Ende doch noch zueinanderfinden. Kurz vor dem glücklichen Ende kommt es meistens zu einer großen Krise, die fast zum Scheitern führt und uns durch die emotionale Tiefe dann die emotionale Höhe noch glücklicher erleben lässt. Damit wir aber mit den Filmfiguren mitfiebern, mitleben und uns wünschen, dass sie endlich das große Glück finden, müssen wir die Figuren mögen. Meistens mögen Zuschauer Figuren lieber, die ein paar kleine Charakterfehler haben, aber gleichzeitig liebenswert bleiben. Eine Figur hat beispielsweise einen Ordnungsfimmel, ist aber immer hilfsbereit und opfert sich für Freunde auf. Figuren, die zu glatt und ohne Ecken und Kanten sind, finden wir als Zuschauer in der Regel langweilig. Bei einer romantischen Komödie geht es also weniger um die Frage, ob die beiden Protagonisten zusammenkommen, sondern um das Wie. Hier unterstützen Schnitt, Montage, Musik und Ton dieses emotionale Erleben.

Ganz anders bei Actionfilmen. Hier muss in der Regel ein Bösewicht, ob Monster, Person, Gruppe oder gar eine Naturgewalt, bekämpft werden und die Menschheit, die Stadt oder die Familie gerettet werden. Hier stehen in der Regel die Figuren viel weniger im Mittelpunkt als der Verlauf der Handlung mit Spannungsbögen, Action und Spezialeffekten. Über die Bösewichte wissen wir meistens wenig, über die Helden gerade genug, um ihnen emotional zu folgen. Je nach Genre gelten andere Konventionen, wie mit Figuren und der Filmsprache umgegangen wird.

 
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