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Jugendliche und Museen

Gymnasiasten haben, in der Regel zusammen mit ihren Eltern und häufig im Urlaub, schon mehr Museen besucht als Schüler anderer Schulformen. So nannten Achtklässler auf die Frage, welche Museen ihnen spontan einfallen, neben den Hagener Museen auch Einrichtungen wie den Louvre, das Natural History Museum in London oder das Neue Museum Berlin. In einer Realschule und Hauptschule, auch in den Gesamtschulen wurden eher Einrichtungen in Hagen und Umland genannt.

Mitmachen, aktiv werden, mitnehmen

Anfassen, ausprobieren, mitnehmen – diese Wünsche tauchen in den Beschreibungen der Jugendlichen immer wieder auf. „Im Museum muss was zum Anfassen, zum Ausprobieren sein“, sagt ein Hauptschüler (9. Klasse), Positive Erlebnisse im Museum haben meist damit zu tun, dass die Jugendlichen selbst aktiv werden konnten, etwa Nägel schmieden im Freilichtmuseum, Steine bemalen im Neandertalmuseum oder Sportgeräte ausprobieren im Kölner Sportmuseum. Als interaktiv erlebten sie auch die Phänomenta in Lüdenscheid. Eine Gymnasiastin erinnert sich, dass sie einmal in einem Museum Schmuck selbst herstellen und mitnehmen konnte. Eine Gymnasiastin (8. Klasse) schwärmt von einem Besuch im RömerMuseum Xanten bzw. im Archäologischen Park: „Das war ein offenes Museum, draußen, es gab keine Bilder an der Wand, sondern man konnte was erfahren, hören und lesen.“

„Es gab einen Informationsfilm, und wir konnten unter die Erde gehen“, beschreibt eine Realschülerin ihren positiven Eindruck vom Bergbaumuseum Bochum. Grundsätzlich kommen Museen gut an, die in Original-Schauplätzen oder an historischen Orten untergebracht sind: in einem Bunker, einem U-Boot etc.

„Es ist Zeitverschwendung, wenn ich etwas sehe, aber nichts davon habe. Ich habe nichts zum Mitnehmen.“ Nicht einmal Fotos seien erlaubt, wie eine Realschülerin enttäuscht anmerkte. Besonders attraktiv sind vor diesem Hintergrund Einrichtungen wie das Kölner Schokoladenmuseum, in dem man nicht nur schauen, sondern sogar schmecken kann.

Zum Ausprobieren gehört es für viele Schüler auch, sich Informationen zu den Werken an multimedialen Geräten selbst abzuholen. Auch das Klicken auf einem Bildschirm und Ausprobieren der technischen Geräte empfinden sie als Aktivität. Ein Realschüler wünschte sich eine Playstation im Museum – Indiz für den Wunsch, Informationen spielerisch selbst zu erlangen. Ein Neuntklässler am Gymnasium erzählt vom Besuch einer Ausstellung in Frankreich über die Entstehung der Metro: „Das war sehr interessant. Das war interaktiv.“

 
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