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Hagen: Lebensqualität und Image

Eine überwiegende Mehrheit der am Telefon befragten Hagener wohnt gerne (56 Prozent) oder sogar sehr gerne (29 Prozent) in Hagen. Je älter die Befragten sind, desto positiver antworten sie bei dieser Frage.

Fast eben so viele Hagener beurteilen die Lebensqualität in ihrer Stadt positiv, allerdings verteilen sie die Spitzennote „sehr gut“ nur selten (7,4 Prozent). Die deutliche Mehrheit (73 Prozent) empfindet die Lebensqualität als „gut“. Kritischer wird das Freizeitangebot in der Stadt gesehen. Mehr als jeder Dritte sagt, dass ihm das Freizeitangebot weniger gut gefällt – darunter vor allem Jüngere unter 30. Menschen mit Kindern (unter 19 Jahre) im Haushalt empfinden das Freizeitangebot dabei als besser: 60 Prozent der Familien sind damit zufrieden, aber nur 50 Prozent der Menschen, die nicht in einer Familie leben.

Die Befragten wurden gebeten, die Stadt Hagen anhand einer Reihe von Image-Attributen zu bewerten. Unter diesen Adjektiven gibt es einige, die von jeweils einer deutlichen Mehrheit der Befragten eindeutig ihrer Stadt zugeordnet wurden. Demnach ist Hagen modern, gut überschaubar und eher gewöhnlich (als außergewöhnlich). Bei zwei weiteren Attributen scheiden sich die Geister: Dafür, dass Hagen „kulturell interessant“ und „historisch unbedeutend“ ist, findet sich jeweils eine knappe Mehrheit. Jüngere finden Hagen eher kulturell uninteressant und modern, Ältere finden Hagen eher historisch bedeutsam.

Freizeitund Kulturverhalten

Ergebnisse der Museumsbesucherund Telefonbefragung

Die befragten Museumsbesucher, also die Kulturaffinen, nehmen kulturelle Angebote regelmäßig und häufig wahr: Mehr als die Hälfte geht mehrmals im Monat aus, um Kultur zu genießen. Zum Vergleich: Unter den Hagenerinnen und Hagenern, die am Telefon befragt wurden, tun dies nur 16 Prozent. Ziele sind für beide Gruppen dabei an erster Stelle die Einrichtungen der klassischen Hochkultur. Die Reihenfolge der besuchten Einrichtungen bzw. Veranstaltungen lautet bei den am Telefon befragten Hagenern: Theater, Kino, Konzerte, Museen, während für die Kulturaffinen Museen an erster Stelle stehen, gefolgt von Theatern und Konzerten. Ein Fünftel der am Telefon befragten Hagener besucht Kulturveranstaltun-gen überhaupt nicht oder höchstens ein Mal im Jahr. 74 Prozent gehen regelmäßig oder gelegentlich in Parks und Grünanlagen, 85 Prozent regelmäßig oder häufig in Kneipen, Restaurants und Cafés.

Familien mit Kindern unter 19 Jahren im Haushalt sind kulturell aktiver, sie besuchen häufiger kulturelle Veranstaltungen als Kinderlose. Sie interessieren sich etwas stärker für Kultur und finden eher, dass es zu wenige kulturelle Angebote in Hagen gibt (32 zu 24 Prozent).

Für kulturelle Veranstaltungen geben 70 Prozent der Kulturaffinen bis zu 50 Euro im Monat aus, 22 Prozent sogar mehr. Zum Vergleich: Unter den Hagenern geben nur 9 Prozent an, mehr als 50 Euro monatlich für Kultur auszugeben, dafür sagen 11 Prozent, dass sie gar nichts dafür ausgeben – eine Antwortmöglichkeit, die den Befragten im Museum nicht zur Verfügung stand.

Es sind vor allem Bildungsaspekte, die die Kulturaffinen zum Museumsbesuch motivieren. Für 74 Prozent lautet das Hauptmotiv „Neues kennen lernen, sich weiterbilden“. „Anregung und Entspannung“ erwarten 69 Prozent. Eine geringere Rolle spielen die Museen als „Abwechslung vom Alltag“ (49 Prozent) oder als Treffpunkt und Ziel für Ausflüge mit Freunden und Familie (38 Prozent). Für die am Telefon befragten Hagener stehen dagegen affektive und soziale Motive im Vordergrund. Sie gehen in Museum, Theater, Kino oder ein Konzert, um sich zu unterhalten und entspannen (82 Prozent), eine Abwechslung zum Alltag zu haben (79 Prozent) oder sich mit anderen Menschen zu treffen (71 Prozent). Sowohl die Kulturaffinen als auch die am Telefon befragten Hagener informieren sich überwiegend über die Medien, vor allem die Zeitung, über das Kulturangebot. Es sind allerdings vor allem die Älteren (ab 60 Jahre), die zur Zeitung greifen. Für die Jüngeren spielen Freunde und Familie als Impulsgeber eine wichtigere Rolle. Immerhin 40 Prozent der am Telefon befragten Hagener sagen, dass sie über das Internet auf Kulturveranstaltungen aufmerksam werden. Damit spielt das Internet eine fast ebenso große Rolle wie Prospekte.

Während der Laufzeit der Ausstellung „Flacons – die Haute Couture der Düfte“ im Osthaus Museum hatten die Befragten im Fragebogen die Möglichkeit, folgende Aussage zu beurteilen: „Die Flacons-Ausstellung war für mich Anlass, ins Museum zu gehen.“ Von den 286 Befragten, die diese Aussage im Fragebogen vorliegen hatten, hat dies fast jeder Vierte bejaht. Die Besucher dieser Ausstellung unterscheiden sich von der Gesamtheit der Museumsbesucher: Die Besucher dieser Schau sind überwiegend Frauen, sie sind deutlich jünger als die Stichprobe insgesamt, und sie sind formal geringer gebildet.

 
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