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Der Mobile

Der bestimmende Prozess bezüglich der räumlichen Identifikation des Mobilen ist das Zusammenspiel von Mobilität (im doppelten Sinne) und Indifferenz. Die Ansprüche, die der Mobile, gerade auch in kultureller Hinsicht, an die Stadt stellt, sind relativ gering. Die vom Mobilen bevorzugten kulturellen Aktivitäten bietet Hagen zwar nicht, aber das ist auch nicht nötig, um den nicht-negativen Bezug des Mobilen zur Stadt zu unterstützen. Hierzu ist es lediglich nötig, einen angemessenen Status Quo der infrastrukturellen Grundversorgung aufrechtzuerhalten, z.B. bezüglich der Sicherheit im öffentlichen Raum und der die Mobilität gewährleistenden Einrichtungen (sowohl ÖPNV als auch Straßenbau). Tatsächlich wäre es angesichts der in erster Linie eventkulturellen Ausrichtung des Mobilen voraussichtlich nur in eingeschränktem Maße denkbar, entsprechende Angebote (wie Livekonzerte national und international bekannter Musiker oder Musicals) in Hagen selbst bereitzustellen, da dies weitestgehend außerhalb der Möglichkeiten der Stadt liegt. Da dies für den Mobilen nicht der Maßstab ist, an dem die Stadt gemessen wird, ist es aber auch gar nicht zwingend notwendig in dieser Hinsicht Verbesserungen anzustreben. Insofern dennoch Möglichkeiten bestehen, eventkulturelle Einrichtungen in Hagen zu etablieren, die zudem auch an den gegebenen Wesensund Besonderheiten der Stadt und ihrer Bewohner anschließt, wie dies bei dem geplanten Baumwipfelpfad[1] der Fall ist, so ist dies im Sinne der Bestärkung der räumlichen Identifikation natürlich zu begrüßen.

Der Verwurzelte

Ähnlich den Möglichkeiten, die sich im Hinblick auf den Typus des Mobilen ergeben, so implizieren auch die Wesensund Besonderheiten des Typus' des Verwurzelten, dass zunächst auf grundlegender Ebene die infrastrukturellen Gegebenheiten zu gewährleisten sind – hier insbesondere die ärztliche Grundversorgung, die Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, die Sicherheit im öffentlichen Raum sowie der ÖPNV. Darüber hinaus speist sich die räumliche Identifikation des Verwurzelten wesentlich aus dem lebenszeitlich und absolut langen Vor-OrtLeben, der Verweildauer also, aus der wiederum die Selbstverständlichkeit der räumlichen Bezüge resultiert – diese ist allerdings keiner direkten Beeinflussung zugänglich.

Um die räumliche Identifikation des Verwurzelten in kultureller Hinsicht zu unterstützen, müssten diejenigen kulturellen Angebote bestärkt werden bzw. einer Nutzbarmachung (wieder) zugänglich gemacht werden, die auf eher niederschwelliger Ebene liegen. Z.B. handelt es sich auch bezüglich diesen Typs um die (natur-) räumlichen Gegebenheiten der Stadt, die letztlich ja auch ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. In diesem Sinne wäre es sinnvoll, den Waldund Wasserreichtum der Stadt nicht allein zu propagieren, sondern diesen auch in Wert zusetzen, indem konkret und systematisch Angebote gemacht werden, die Wälder, Seen und Flüsse zu erleben. Dies setzt allerdings voraus, dass eben diese Gegebenheiten von städtischer Seite insofern als Ressource betrachtet werden, als dass diese in der offiziellen Wahrnehmung anderen kulturellen Bereichen und Angeboten – wie Theater, Museen, Kulturzentren usw. – gleichgestellt werden. Hierfür spricht zudem, dass es sich hierbei um einen Ansatzpunkt handelt, der auf den (natürlichen) Gegebenheiten aufbaut und der ein typenübergreifend akzeptiertes Wesensund Besonderungsmerkmal aufgreift. D.h., dass in dieser Hinsicht vermutlich mit einer breiten Akzeptanz gerechnet werden kann.

  • [1] Vgl. derwesten.de/wp/staedte/hagen/baumwipfelpfad-in-haspe-soll-bis-2018-abge- schlossen-sein-id8877511.html, Zugriff am 05.10.2014
 
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