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Der Mobile

Das Kernelement des Mobilen ist dessen namensgebende Mobilität im doppelten Sinne. Diese Mobilität geht einher mit einer meist indifferenten Bezugnahme auf die hier interessierenden Fragen und einem geringen Anspruchsniveau, das er an die Stadt richtet. Beispielsweise nimmt der Mobile die Stadt nicht als historisch oder landschaftlich bedeutend attraktiv wahr. Dies führt allerdings nicht zu einer ablehnenden Haltung, da diese Merkmale subjektiv nicht für ausschlaggebend erachtet werden.

Wichtig ist vielmehr die zentrale Verkehrslage der Stadt, die es dem Mobilen ermöglicht, alle angestrebten Destinationen im näheren und auch weiteren Umfeld problemlos zu erreichen. Solange sich die grundlegenden, infrastrukturellen Gegebenheiten in Hagen nicht maßgeblich verschlechtern, besteht für den Mobilen kein Grund, sich von der Stadt (im physischen, wie auch im übertragenen Sinne) abzuwenden.

Die kulturellen Präferenzen des Mobilen, die vorwiegend im eventkulturellen Bereich anzusiedeln sind, können in Hagen dem subjektiven Empfinden nach nicht befriedigt werden – allein, auch dies führt nicht dazu, dass die Stadt in negativen Kategorien wahrgenommen wird, weil derartige Ansprüche auch nicht an die Stadt und deren kulturelles Angebot gerichtet werden.

Der Verwurzelte

Kennzeichnend für die Prozesse der räumlichen Identifikation des Verwurzelten sind die vermutlich biographisch bedingte Selbstverständlichkeit der positiven und recht intensiven Bezugnahme auf die Stadt und den Stadtteil und der relativ geringe Bildungsund Reflexionsgrad sowie die Dominanz des Metamotivs.

Weil Hagen und der Stadtteil schon immer den Lebensmittelpunkt bilden und den Ort der Primärsozialisation darstellen und weil daneben der wesentliche Maßstab für die positive Bezugnahme letztlich darin besteht, dass bzw. ob Stadt und Stadtteil dazu angetan sind, das Metamotiv des Strebens nach Ruhe, Harmonie und Geborgenheit zu befriedigen, identifiziert sich der Verwurzelte mit seinem Raum.

In kultureller Hinsicht pflegt der typische Verwurzelte eher niederschwellige (volkskulturelle) Aktivitäten und Haltungen und distanziert sich gleichzeitig moderat von hochkulturellen Haltungen, Aktivitäten und Angeboten.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der vorliegenden Typologie offenbar um eine Querschnittbetrachtung handelt. Es ist davon auszugehen, dass die Zuordnung zu den benannten Typen sich im Lebensverlauf ändern können, worauf die jeweils angegebenen Alterspannen der jeweiligen Typen ja bereits verweisen.

 
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