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Der Stadtteiler

Den räumlichen Identifikationsprozessen des Stadtteilers liegt vor allem dessen namengebende Stadtteilbezüglichkeit zugrunde, die als Kernelement bzw. als Kernprozess zu verstehen ist. Gemeint ist hiermit die stark positive Identifikation mit dem eigenen Stadtteil bei gleichzeitiger Abwertung der Gesamtstadt, die in diesem Sinne als Bezugsraum fungiert. Dies schlägt sich beispielsweise in der Frage nach der historischen sowie der landschaftlichen Attraktivität nieder: Während der eigene Stadtteil als historisch interessant und landschaftlich attraktiv wahrgenommen und bewertet wird, werden der Gesamtstadt diese Qualitäten abgesprochen.

Der Stadtteiler ist kulturell relativ aktiv. Neben der Intensität kultureller Betätigung liegt der inhaltliche Schwerpunkt ausdrücklich auf nicht-hochkulturellen Formen und Angeboten, die abgelehnt und gleichzeitig mit der Gesamtstadt assoziiert werden. Hierdurch wiederum wird der basale Prozess der gleichzeitigen Aufund Abwertung auf dem kulturellen Feld (re-) produziert, denn der Stadtteil wird im Unterschied zur Gesamtstadt mit nicht-hochkulturellen Angeboten assoziiert.

Der Regionalpatriot

Kennzeichnend für die räumliche Identifikation des Regionalpatrioten ist dessen vergleichsweise umfassender Wissensstand und damit einhergehend ein hohes Reflexionsniveau bezüglich der hier interessierenden Fragen. Dies äußert sich z.B. in dem informierten Zugang zur regionalen Einordnung und in der differenzierten Art und Weise des Städtevergleichs.

Die kulturellen Präferenzen des Regionalpatrioten liegen in erster Linie und diesen Typus auszeichnend im hochkulturellen Bereich, darüber hinaus aber auch in anderen Bereichen des Kulturellen. Das Anspruchsniveau ist relativ hoch, das städtische Angebot und die verkehrsgünstige Lage, die den Zugang zur umliegenden Region ermöglicht, bieten allerdings in der subjektiven Sichtweise alle Möglichkeiten, diese Ansprüche zu befriedigen. Insbesondere ist die Intensität kultureller Betätigung beim Regionalpatrioten auffällig hoch, die Angebote und Vorzüge der Stadt werden aktiv erlebt.

Wie für den Nicht-Identifizierer, so ist auch für den Regionalpatrioten die Präsentation des Selbstbildes im Sinne der Identitätsarbeit von hoher Bedeutung. Im Gegensatz zu diesem mündet dies beim Regionalpatrioten allerdings nicht in einer distanzierten, ablehnenden Haltung zur Stadt, sondern u.a. in einem spezifischen, selbst initiierten und nicht-institutionalisierten raumbezüglichen Engagement. Über den soziostrukturellen Indikator „Kinder unter 19 Jahren im Haushalt lebend“ lässt sich dies derart begründen, als der Regionalpatriot aufgrund der fehlenden Mobilitätsund Aktivitätseinschränkung (Kinder) die nötigen Ressourcen (Zeit und Geld) zur Verfügung stehen hat, um sich zu engagieren.

 
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