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Typologie

Als Datengrundlage für die Typologie dienen 17 leitfadengestützte Interviews, die 2012 mit Hagenern geführt wurden. Als Datenerhebungsmethode wurde demnach das leitfadengestützte Interview gewählt, weil bereits Vorwissen besteht, zugleich aber die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen, als bedeutsam erachteten Elementen nicht hinreichend deutlich bekannt sind.[1] Die Auswertung der Daten folgt den Vorschlägen von SUSANN KLUGE zur Bildung empirisch begründeter Typologien.[2]

Einordnung der Typologie

Die im Rahmen der Typologie angestellten Überlegungen beanspruchen in erster Linie Gültigkeit hinsichtlich Beschreibung und Erklärung der Modi räumlicher Identifikation in Hagen zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Der zeitlich-räumliche Generalisierungsanspruch ist also zunächst klar begrenzt. Gleichwohl und darüber hinaus wird aber auch angestrebt, von der Stadt Hagen unabhängige Muster räumlicher Identifikation bzw. des Kennzeichnenden und des Besonderen von Städten und deren Bewohnern in deren Wechselspiel zu beschreiben und zu erklären. D.h., dass – wenn möglich – die Ergebnisse der Typologisierung dazu genutzt werden, theoretische Positionen und Hypothesen – also solche Zusammenhangsvermutungen, die dem Forschungsstand gemäß unabhängig von Raum und Zeit gelten sollen – kritisch zu beleuchten.

Zudem ist auf das Unterscheidungskriterium des Realitätsbezuges der Typen näher einzugehen, weil es sich bei der Frage danach, ob eine Typologie mit Realoder Idealtypen gebildet wurde, um die vielleicht bedeutsamste, in jedem Fall aber um die am weitesten verbreitete und deswegen wohl auch um die am meisten interessierende Unterscheidung handelt.

Bei den hier gebildeten Typen handelt es sich methodologisch gesehen weder um (reine) Realtypen, noch um (reine) Idealtypen, sondern um eine Mischform aus Realund Idealtypen. Die einzelnen Fälle (Interviews) entsprechen nie zu 100%, sondern immer nur graduell dem Typus, dem sie zugeordnet wurden. Einzelne Fälle können immer nur mehr oder weniger einem bestimmten, grundsätzlich und potentiell aber auch anderen Typen zugeordnet werden. Auf Grundlage der empirisch vorgefundenen Ausprägungen und Zusammenhänge wurde letztlich jeder Fall demjenigen Typus zugeordnet, dem er am ehesten entspricht. Dies ist forschungslogisch und forschungspragmatisch zielführend, weil Typologien und Typen Modelle der Realität sind und als solche zwangsläufig Verkürzungen, Reduktionen und Abstraktionen der unendlichen Mannigfaltigkeit empirisch-soziologischer Phänomene sind.

Der Schwerpunkt der Typenkonstruktion liegt im Bezug auf das Wechselspiel von Realitätsbezug und idealer Kohärenz in der empirischen Verankerung.

  • [1] Vgl. Strübing (2013)
  • [2] Vgl. Kluge (1999) und Kluge (2000) sowie Kelle; Kluge (2010)
 
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