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Museum im Wandel der Zeit

Museen genießen ein beachtliches Renommee: Jährlich besuchen etwa 100 Millionen Menschen die mehr als. 6.000 Museen in Deutschland. PR-Maßnahmen, neue Ausstellungsgestaltungen, Technikeinsatz und Museumspädagogik haben Schwellenängste abgebaut und neue Besucherschichten gewonnen. Günstig wirken sich vermehrte Freizeit und Mobilität großer Teile der Bevölkerung aus sowie Bemühungen der Museen, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und zunehmend behindertengerechte Ausstellungen anzubieten sowie Konzepte zu erarbeiten, die Randgruppen einbeziehen. Gleichwohl bildet die Zusammensetzung der Museumsbesucher kein zutreffendes Abbild der Gesellschaft ab.

Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen, mangelnder finanzieller Ressourcen, neuer Sehgewohnheiten und Erwartungen des Publikums sowie neuer technischer Möglichkeiten hat das Museumswesen in den letzten Jahrzehnten grundlegende Veränderungen erfahren und sich sukzessive mit modernen Konzepten des Museumsmanagement, insbesondere des besucherorientierten Museumsmarketing auseinandergesetzt (vgl Heinze 2009).

Öffentlichkeit

Öffentlichkeit, Medien und Politik stehen den Museen in der Regel positiv gegenüber und sehen in ihrer Förderung ein wichtiges Anliegen, das auch der eigenen Profilierung dienen kann. Außer Acht gelassen wird häufig, dass Museen neben Ausstellungen die grundlegenden Aufgaben des Bewahrens und Forschens haben, die, zumindest kurzfristig, nicht öffentlichkeitswirksam sind. Direkte politische Einflussnahme ist eher selten.

Chancen und Probleme gleichermaßen bieten für die Museen der Tourismus, die Eventund „Spaß“kultur sowie die schwindende Unterscheidung zwischen Eund U-Kultur: Während Museen im Tourismus inzwischen als harter Standortfaktor anerkannt sind und durch entsprechende Angebote zusätzlich Menschen in die Museen kommen, können große Besuchermassen oder „Events“ konservatorische Gefahren für die Objekte bedeuten oder diese zur dekorativen Staffage degradieren.

Die Globalisierung wirkt sich auch auf die Museen aus. Schon immer bestanden internationale Kontakte, aber sie wurden durch den 1946 gegründeten Internationalen Museumsrat (ICOM) intensiviert. Internationale Entwicklungen wie die französischen Eco-Musées oder die Neighborhood-Museen in den USA wirkten auch auf die Museen in Deutschland.

 
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