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Entwicklung eines Leitbildes für die Tourismusregion

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, Präferenzen für die regionsspezifische Kultur zu schaffen und die darauf aufgebauten Angebote in der Weise zu gestalten, dass sie nicht austauschbar sind (Kriterium: Authentizität). Als Ergebnis einer Präferenzstrategie ist eine „Regionstreue“ beim Nachfrager zu erwarten, sofern er mit der Region Qualität, Erlebnis und hohe Bedürfnisbefriedigung assoziieren kann. Die Verknüpfung des Kulturangebotes mit den Aspekten Erholung, Lebensart oder Gastronomie sowie die Bündelung des kulturellen Angebots (z.B. Stadtführung und Museumsangebot) ist hier besonders wichtig, da die Potenziale des Kulturtourismus in der jeweils regional spezifischen Verbindung der Dimensionen Landschaft und Erholung, Gastlichkeit und Lebensart sowie kulturellem Erlebnis liegen. Auch diese Koppelung des Kulturtourismus mit anderen touristischen Aspekten sollte dem „Profil“ der Region entsprechen, es verstärken und evtl. erweitern.

Umsetzung des Leitbildes durch gezielte Maßnahmen

Die Interessen des Gastgebers beziehen sich zunächst auf die ökonomischen Folgewirkungen. Insofern ist der Tourismus für die Stadt Hagen politisch und kulturell wichtig als Hebel für Transferleistungen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die kulturelle Infrastruktur genauso wenig wie diejenige der Naturlandschaft für fremde Zwecke verschlissen werden darf; sie muss vielmehr nachhaltig genutzt werden, d.h. substanzerhaltend und substanzerneuernd. Das erfordert Überlegungen, wie Kapazitätsgrenzen rechtzeitig erkannt werden.

Zwar sind die ‚Umwegrentabilitäten' inzwischen offenes Motiv für die Veranstaltungen internationaler Ausstellungen, glanzvoller Festspiele oder großer Messen. Doch gilt es auch, die Grenzen zu beachten. Voraussetzung für Effizienz Konzeptuelle und strategische Überlegungen zum Kulturtourismus sind zunächst einmal genügend Besucher mit möglichst viel frei verfügbarer Kaufkraft. Je größer die Kaufkraft, desto anspruchsvoller sind die Besucher allerdings auch bezüglich der vorausgesetzten Infrastruktur; sie verlangen entsprechende Investitionen in die angebotenen Kunstgenüsse.

Das Marketing muss für die Außenwerbung gezielt Attraktionen einspannen, aber auch das gesamte Angebot profilierter kleinerer Anbieter erfassen. Die Entwicklung und Inszenierung von Ereignissen und Events tragen zur Imageprofilierung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades einer Region bei.

Die Beschränkung auf große attraktive Ereignisse und Pakete ist nicht Vereinfachung und Missachtung der Vielfalt. Doch es geht zunächst einmal darum, die Region kulturtouristisch wahrzunehmen und zusätzliche Reiseströme in die Region zu lenken. Diese können sich dann je nach persönlichem Geschmack auf einzelne Teilregionen und verfeinerte Angebote zubewegen.

Insgesamt kumulieren die Wirkungen kulturtouristischer Angebote, da sich durch kulturelle Schwerpunkte auch das Image einer Region verändert. Dabei darf die Intensivierung des Kulturbewusstseins und die Bewusstseinsbildung nach innen nicht vernachlässigt werden, denn auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein wichtiger Faktor für den Kulturtourismus.

Wenn das Ziel, die Etablierung des betreffenden Gebiets als kulturtouristische Region, erreicht werden soll, muss die Strategie darin bestehen, das vorhandene kulturlandschaftliche Potenzial in kreativen und hochwertigen Arrangements anzubieten, die auf der operativen Ebene durch einen optimalen Marketingmix konkretisiert werden müssen. Dabei sind die kulturellen Interessen der Zielgruppe zu charakterisieren und zu berücksichtigen. Idealiter korrespondieren die von den (potenziellen) Gästen präferierten kulturellen Angebote (Kirchenbesichtigungen, Stadtführungen, Museen, Ausstellungen und Konzerte) mit den Angeboten der Region. Dies gilt für die Zielgruppe der „klassischen“ Kulturtouristen und müsste für andere Zielgruppen entsprechend modifiziert werden.

 
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