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Vorteile des Kulturtourismus:

• Authentizität der Angebote (Nutzung des endogenen kulturellen Potenzials wie historische Bauten, Brauchtum, aktuelle kulturelle Ereignisse);

• Einbeziehung der einheimischen Bevölkerung in die Angebotsgestaltung und kulturtouristische „Vermarktung“ (Einheimische verkaufen ihre Region durch ihr Informationsverhalten Ortsfremden gegenüber);

• Hohe Kaufkraft der Kulturtouristen und große Wertschöpfung für die Region. Kulturtourismus ist ein arbeitsintensiver Sektor und bietet zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten (z.B. für Reiseleiter, Gästeführer).

Überlegungen zur Entwicklung eines kulturtouristischen Marketingkonzepts

Ziel eines kulturtouristischen Marketingkonzepts ist es, eine Region gegenüber Konkurrenzregionen mit ähnlichen Angeboten aus der Sicht der Nachfrager zu profilieren und so die Reiseentscheidung zu beeinflussen. Strategisch bedeutet dies, vom kulturtouristischen Einzelangebot zu einem umfassenden regionalen Kulturtourismusprodukt zu gelangen. Die Leistungsbündel eines Tourismusortes oder einer Tourismusregion müssen dabei mit den Gästen/Kunden so koordiniert werden, dass daraus ein hoher Gäste-/Kundennutzen und Wettbewerbsvorteil resultiert. Für ein regionales Tourismusmanagement kommt es darauf an, spezifische Touristenprofile mit entsprechenden Angeboten in Übereinstimmung zu bringen, bzw. mit vorhandenen Leistungsangeboten bestimmte Urlaubstypen anzusprechen.

Wichtige Arbeitsschritte für die Erarbeitung eines kulturtouristischen Marketingkonzepts als Bestandteil professioneller regionaler Fremdenverkehrsarbeit sind:

• Bestimmung der eigenen Position am Markt (Stärken-/Schwächen-Analyse),

• gemeinsame Entwicklung eines Leitbildes für die Tourismusregion,

• konsequente Umsetzung des Leitbildes durch Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Human-Ressource, Außen-/Innen-Marketing, Organisation.

Ein kulturtouristisches Marketing, das dem Kriterium der Authentizität folgt, wird allerdings in Abgrenzung zum Massentourismus dafür Sorge tragen müssen, dass touristische Aktivitäten die kulturelle Identität der Region nicht gefährden. D.h.: Eine Ereigniskultur, die um Touristen wirbt, hat in einem ausgewogenen Verhältnis zur dauerhaften kulturellen Infrastruktur zu stehen. Kultur kann zwar als ein Wirtschaftsfaktor verstanden werden, sollte aber nicht uneingeschränkt für die Fremdenverkehrswirtschaft vermarktet werden. Andererseits müssen die z.T. bei Kulturverantwortlichen vorhandenen Vorbehalte gegen eine professionelle Berücksichtigung touristischer Belange bei der Erschließung, Präsentation, Information und Vertriebsorganisation überwunden werden. Kulturelle Einrichtungen und Ereignisse, die auf auswärtige Besucher hoffen, brauchen ein gezieltes Marketing und eine professionelle Organisation mit diesem Ziel. Dazu wird es nötig sein, eine Marketing-Kooperation zu institutionalisieren, die zwischen Tourismus, Akteuren der Kulturarbeit und Kulturwirtschaft vermittelt mit dem Ziel der Schaffung einer Kommunikationsbasis zwischen den regionalen Akteuren. Dabei sollte ein Konzeptuelle und strategische Überlegungen zum Kulturtourismus erfolgreiches Destinationsmanagement angestrebt werden, das integrierte Angebote (Verknüpfung kulturtouristischer Angebote untereinander sowie mit anderen touristischen Leistungen) erarbeitet.

 
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