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Untersuchungsgruppe

Da zu Beginn des zweiten Schuljahres der Zahlenraum erweitert wird, zeigen sich in Folge die Schwierigkeiten zählend rechnender Kinder in besonderer Weise, da die zählenden Strategien im Hunderterraum nicht mehr tragen und die Schwierigkeiten der Kinder in der Folge zu grundlegenden Problemen beim Rechnen werden können (Schipper, 2005, S. 8). Gleichzeitig bietet sich im Rahmen der Erarbeitung des Hunderterraums und der Additionund Subtraktion im Hunderterraum die Gelegenheit, differenzierend und vertiefend Darstellungen und Vorstellungen zu Zahlen und Operationen zu thematisieren und beim Rechnen auf Beziehungen zurück zu greifen.

Aus diesem Grund werden als Zielgruppe für die Förderung der Ablösung vom zählenden Rechnen Schülerinnen und Schüler im ersten Halbjahr der zweiten Klasse ausgewählt. Dabei nehmen auch diejenigen Schülerinnen und Schüler an der Förderung im zweiten Schuljahr teil, die grundlegende Schwierigkeiten beim Lernen zeigen und bei denen ggf. sonderpädagogischer Förderbedarf im Lernen festgestellt wurde, sofern sie den Gemeinsamen Unterricht besuchen. Sie erhalten so die Gelegenheit gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler ihrer Klasse von der Förderung zu profitieren.

Kinder mit Förderbedarf im Lernen, die in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen beschult werden, arbeiten erst in der dritten oder vierten Klasse im Zahlenraum bis hundert. Auch wenn bei ihnen eine Ablösung vom zählenden Rechnen bereits zuvor angeregt werden sollte, wurden die Förderbausteine im Rahmen der Studie ZebrA mit Kindern an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen in der vierten Klasse durchgeführt. Aufgrund der arithmetischen Kompetenzen dieser Schülerinnen und Schüler (Häsel, 2001; Scherer, 1995) und der mindestens zweijährigen Leistungsspanne (Wocken, 2000) ist davon auszugehen, dass das erste Halbjahr der vierten Klasse für die Durchführung eher vergleichbare Bedingungen zum 2. Schuljahr der Grundschule aufweist als das erste Halbjahr der dritten Klasse. Ein pädagogisch sinnvoller, individueller Beginn des Förderzeitraums je nach Leistungsstand in der Klasse konnte im Rahmen der Studie ZebrA nicht realisiert werden.

As Zielgruppe der Studie ZebrA wurden somit zählend rechnende Schülerinnen und Schüler aus den zweiten Klassen der Grundschule (mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf) und zählend rechnende Kinder aus den vierten Klassen der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen festgesetzt.

Die Lehrkräfte der teilnehmenden Klassen meldeten sich freiwillig für die Teilnahme an dem Projekt. Die Schülerinnen und Schüler der aufgenommenen Klassen wurden im Hinblick auf ihre mathematischen Kompetenzen geprüft und die zählenden rechnenden Kinder mit ausgewählten Instrumentarien identifiziert [1] (Wittich et al., 2010).

Durchführung

Die Studie ZebrA wurde von Juni 2010 bis Juli 2011 durchgeführt, wobei die Förderung im Zeitraum von September bis Dezember 2010 von den Mathematiklehrkräften der teilnehmenden Klassen umgesetzt wurde. Der einjährige Gesamtzeitraum der Erhebung ist in den Rahmenbedingungen der quantitativen Studien von der Auswahl der Schülerinnen und Schüler bis zum Follow-up-Test am Ende der zweiten Klasse begründet.

Die Lehrkräfte der Studie nahmen an zwei im Rahmen des Projekts entwickelten Fortbildungen teil, in denen die Grundzüge der Konzeption erarbeitet wurden. Sie erhielten zu den einzelnen Einheiten Unterrichtsskripte mit Verlaufsplänen, zentralen Fragestellungen und differenzierten Arbeitsmaterialien (vgl. 5.2).

  • [1] Die Auswahl der zählend rechnenden Kinder ist Teil der quantitativen Studie und wird in diesem Rahmen diskutiert und veröffentlicht. Benutzt wurden zur „Identifizierung“ zählend rechnender Kinder Daten des Demat 1+, des im Rahmen der quantitativen Studie entwickelten ZebrA-Tests und Einschätzungen der Lehrpersonen
 
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