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Überlegungen zur Weiterentwicklung / Erforschung von Lernumgebungen

Wittmann geht davon aus, dass die Erprobung, Implementierung und ggf. Weiterentwicklung der entwickelten Lernumgebungen durch die umsetzenden Lehrkräfte und in Rückkopplung mit ihnen erfolgt (Link, 2012, S. 69; Wittmann, 1998). Daneben setzt der Ansatz des Design Researchs bzw. der fachdidaktischen Entwicklungsforschung auf eine stärker empirisch ausgerichtete Erprobung durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Gravemeijer & Cobb, 2006; Prediger & Link, 2012; Prediger et al., 2012). Der letztgenannte Ansatz betont damit die zyklische Auswertung, Überarbeitung und Weiterentwicklung der Lernumgebung.

Im Hinblick auf das methodische Herangehen besteht somit ein Spannungsfeld zwischen einer Erforschung in Form praktischer Erprobung durch die Lehrkräfte und einem iterativen Vorgehen, das hohe Anforderung an personelle und zeitliche Ressourcen stellt, die entweder durch mehrere ineinander greifende Forschungsarbeiten erfüllt werden können oder kleiner angelegt werden müssen, so dass z. B. nur einzelne Lernumgebungen in einem begrenzteren Umfang erforscht werden können (Prediger & Link, 2012).

Konkretisierung für die vorliegende Studie

In der vorliegenden Studie wurde deshalb wie folgt vorgegangen. Die entwickelten Lernumgebungen wurden vor allem von der Autorin in Klassensituationen erprobt, modifiziert und dann im Rahmen des Gesamtprojekts ZebrA von den beteiligten Lehrkräften umgesetzt (Kap. 4.3). Soweit entspricht dieses Vorgehen der „empirischen Forschung erster Art“ im Sinne der Design Science: Mit der Kompetenz und der Erfahrung einer Lehrerin wurden die unter Berücksichtigung der Kriterien für substantielle Lernumgebungen entwickelten Bausteine erprobt und weiterentwickelt (vgl. Kap. 5), ohne dass im engeren Sinne ein iterativer Zyklus durchlaufen worden wäre (Gravemeijer & Cobb, 2006; Prediger et al., 2012).

Da jedoch das rekonstruktive Forschungsinteresse und damit einhergehende Fragen auf diese Weise nicht beantwortet werden konnten, wurde zur Analyse der Deutungen wie sowohl von Wittmann (1995b, S. 368) als auch aus der Entwicklungsforschung vorgeschlagen (Prediger et al., 2012) eine existierende qualitative Methode verwendet. Die Deutungsprozesse der zählend rechnenden Kinder wurden mit Methoden der interpretativen Unterrichtsforschung bei der Auseinandersetzung mit den Lerngegenständen genauer untersucht.

 
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