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86 Wie bereite ich mein Kind auf die Schule vor?

Eine Konfuzianische Maxime lautet: «Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass es mich tun, und ich verstehe.» Und die amerikanische Hirnforschung sagt: «The mind is not in the head». Nervenverbindungen im Gehirn, sogenannte Synapsen, bilden sich, wenn Kinder aktiv an Erfahrungen beteiligt sind, also beim Selbsttun. Alle Tätigkeiten im und um den Haushalt sind gute Gelegenheiten, den Erfahrungs- und Wissenshorizont zu erweitern und feinmotorische Fähigkeiten zu schulen. Je besser diese entwickelt sind, desto leichter tun sich Schulanfänger beim Schreiben und Malen. In der Küche wird auch elementare Mengenlehre gelernt, etwa beim Salzen; beim Nüsseknacken lässt sich das Hebelgesetz verstehen; Mischen, Erhitzen, Abkühlen schenken Einblicke in chemische Abläufe. Ohne das überzubewerten, kann Kochen durchaus dazu beitragen, Freude am Forschen und Experimentieren zu entwickeln und vielleicht auch zu einem positiven Verhältnis zu Naturwissenschaften und Mathematik zu gelangen.

Neben dem Kochen sind es vor allem spielerische Aktivitäten, die numerische Kompetenz und Raumerfahrung fördern: Blinde-Kuh-Spielen, Purzelbaum vorwärts und rückwärts, über Baumstämme balancieren, auf allen Vieren laufen.

Mit das Wichtigste für Vorschulkinder ist: üben und wiederholen. Nur so können sich Gedächtnis und Erinnerungsvermögen ausreichend entwickeln. Intelligente Techniken des Übens bringen sich Vorschulkinder oft gegenseitig bei, oder indem sie aus dem Augenwinkel ein anderes Kind beobachten: Wie jongliert er? Wie schneidet sie die Figuren aus? Vor allem müssen Vorschulkinder viele

Fehler machen dürfen. Lernen aus Fehlern ist die erfolgreichste Lernmethode überhaupt.

Entscheidend für die Schulreife ist keineswegs allein die kognitive Reife. Schule ist vor allem auch soziales Leben. Erst wenn Kinder Konflikte weitgehend selbständig durchstehen können, sind sie für den ersten Schultag gut gewappnet. Sie haben dann nicht nur mehr Kapazitäten frei, um zu lernen, sondern können auch Freundschaften schließen. Eltern von Vorschulkindern sollten sich also nicht mehr ständig in Kinderstreitigkeiten einmischen.

Das sollten Vorschulkinder können:

  • * Selbständig auf die Toilette gehen. Jacken und Schuhe an- und ausziehen.
  • * Stillsitzen. Anders lässt sich Lesen und Schreiben, im Gegensatz zum Rechnen, nicht lernen. Das kann man durchaus ein bisschen üben, zum Beispiel beim Vorlesen oder durch den Besuch eines Kinderkonzerts oder Marionettentheaters. (Weniger günstig sind Fernsehen oder Computerspiele.) Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ein Vorschulkind sich ein, zwei Stunden einigermaßen ruhig verhalten kann, ist die Möglichkeit, sich davor und danach ausgiebig auszutoben.
  • * Flüssig und verständlich sprechen. Das lernen Vorschulkinder auch übers (Nach-)Erzählen und Singen. Ein Lied zu Omas Geburtstag ist überdies eine gute Gelegenheit, in einem größeren, geschützten Rahmen seine Schüchternheit zu überwinden und anderen zu zeigen, was man gelernt hat.
  • * Sprachliche Auffälligkeiten wie Stottern und «Poltern» sollten rechtzeitig mit dem Kinderarzt und/oder einem Logopäden besprochen werden.
 
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