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81 Wann und wie sollte mein Kind mit Fremdsprachen vertraut werden?

Weltweit wächst jedes zweite Kind zwei- oder mehrsprachig auf. Sorgen, dass man sein Kind damit überfordert, muss man sich nicht machen. Das Gehirn hat Platz für viele Sprachen, sagen Sprachexperten. Die Muttersprachenkompetenz profitiert sogar durch das Lernen einer weiteren Sprache, umso mehr, je besser sie gesprochen wird. Sprachenlernen ist für Kinder kein Stress, sondern ein vergnügliches Spiel. Sie sind neugierig und haben keine Hemmungen, Laute anderer Sprachen nachzusprechen. Je früher sie damit anfangen, desto besser.

Selbstverständlich sind gute Englischkenntnisse, wie überhaupt

Fremdsprachen, wichtig für alle zukünftigen Global Player. Aber damit sollte man keinen Aufwand betreiben. «Opportunity and need» sind die wichtigsten Faktoren für den Fremdsprachenerwerb, sagt die Lernforscherin Elsbeth Stern von der ETH Zürich. Wenn die Sprache in den Alltag integriert ist und ein Kind Freunde oder Cousins hat, deren Mutter-/Vatersprache Englisch oder Spanisch ist, kann man durchaus auch über einen bilingualen Kindergarten nachdenken. Unsinnig ist es dagegen, wenn Kindergartenkinder, die noch kein echtes Huhn gesehen haben, in einem Englischkurs das Wort «chicken» lernen sollen.

Um das Gefühl für Fremdsprachen zu fördern, braucht es kein Früh-Englisch und keinen Kinderrussischkurs, sondern Kontakt zu fremdsprachigen Kindern. Im Kindergarten, in der U-Bahn oder im Supermarkt, überall kann man fremde Sprachen hören. Das genügt schon, um das Interesse eines Kindes zu wecken und Sprachenbewusstsein auszubilden. Wenn es erlebt, wie andere Kinder im Alltag problemlos zwischen zwei oder mehr Sprachen wechseln, erfährt es, dass Fremdsprachen etwas Bereicherndes sind. Und das ist eine gute Voraussetzung, um selbst einmal erfolgreich Sprachen zu lernen. Bevor es damit in der (Grund-)Schule losgeht, spricht nichts dagegen, sein Kind ein wenig mit einer oder mehreren Fremdsprachen vertraut zu machen. Dafür eignen sich (und reichen aus) neben den Kontakten zu mehrsprachigen Kindern vor allem Spiele, Bücher, Reime und Lieder.

 
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