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69 Wie kann ich mein Kind zum Lesen bringen?

Lesen ist nach wie vor die Schlüsselkompetenz, um die Welt im 21. Jahrhundert zu verstehen. Dabei ist es unerheblich, ob auf dem Tablet, am Computer oder im «altmodischen» Buch gelesen wird.

Was den Zugang zum Lesen erleichtert, sind zunächst Eltern, die selbst eine gewisse Begeisterung fürs Lesen zeigen und nicht nur darüber reden, wie wichtig Lesen ist. Wenn sie in eine Lektüre vertieft sind, statt vor dem Fernseher zu sitzen, schließen sich Kinder in aller Regel gern an.

Kinder wollen ans Buch herangeführt werden. Dazu muss man viel vorlesen. Das lieben übrigens auch noch große Kinder, die längst lesen können. Besonders gut kommt Lustiges und Schauriges an, in beiden Genres wird man in jedem Fall bei englischen Autoren fündig. Unter den vielen hervorragenden deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren seien hier der Kürze halber nur Harry Rowohlt, Robert Gernhardt, Cornelia Funke und Michael Ende genannt, die zu den Must-haves gehören.

Bei Kindern ab zehn darf man ruhig zu sprachlich und inhaltlich anspruchsvoller Lektüre greifen, die Kinder von allein nicht lesen würden. Zum Beispiel zu einer Shakespeare-Komödie (in der Übersetzung von Thomas Brasch ein großer Spaß!), zu den Märchen von Oscar Wilde oder zu den Puschkin-Erzählungen.

Kinder lieben Bücher mit starken weiblichen oder männlichen Hauptfiguren. Letzteres ist vor allem bei Jungen wichtig und erfordert, dass man sich etwas Zeit nimmt und durch die Kinder- und Jugendbuchveröffentlichungen surft, um das aktuell Passende zu finden. Oder man lässt sich von einem gut informierten Buchhändler beraten. (Bücher von Louis Sacher oder Andreas Steinhöfel kommen oft gut an.)

Noch drei Tipps: Die Graphic Novel (Comic-Roman), wie «Gregs Tagebuch», das ursprünglich übrigens für Erwachsene geschrieben wurde, ist ein noch relativ junges, sehr vielversprechendes Genre und ein guter Einstieg für Lesemuffel.

Interessen und Hobbys kann man mit der entsprechenden Lektüre (Schach-, Computer-, Angel-, Pferde- oder Fußballzeitschriften) unterstützen. Was Kinder ans Buch fesselt, sind Gespräche über das, was sie gelesen haben. Also öfter mal nachfragen: «Wo bist du gerade? Das hört sich spannend an, erzähl mal...». Und nicht vergessen, von eigenen Leseerlebnissen zu berichten.

Lesen dürfen statt lesen müssen - und dafür länger aufbleiben dürfen - das funktioniert fast immer. Übrigens ist das Lesen auf dem Tablet auch ohne Nachttischlampe leise und augenschonend möglich und sehr zu empfehlen, wenn sich Kinder das Zimmer mit einem jüngeren Geschwister teilen.

 
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