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66 Filme und Fernsehen – was und wie lange?

Kinder unter drei gehören grundsätzlich nicht vor den Fernseher. Darin sind sich Psychologen und Medienwissenschaftler einig. Kleinkinder können die bunten, schnellen Bilder nicht in ihre Erfahrungswelt einbauen. Außerdem bekommt es ihnen nicht, wenn sie wie kleine Buddhas vor der Glotze hocken, anstatt sich zu bewegen. Wenn ein Zweijähriger ausnahmsweise mit der großen Schwester die Sendung mit der Maus sieht, ist das kein Drama, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Apropos Drama: Erfahrungsgemäß sind Kinder besonders dann vom Fernsehen besessen, wenn die Fernsehgewohnheiten ihrer Eltern ausgeufert sind. Der Fernseher sollte nicht das Familienleben bestimmen, auch nicht einrichtungstechnisch. Wenn Sofa und Sessel vor dem Apparat gruppiert sind, setzt das ein entsprechendes Signal.

Zu den Fernsehzeiten: Maximal eine halbe Stunde für Vorschulkinder, aber nicht täglich. Grundschulkinder müssen mit einer Stunde fernsehen leben, möglichst auch nicht täglich. Bei einem kranken Kind wird man vielleicht mal eine Ausnahme machen, aber Kinder sollten tunlichst nicht den Eindruck bekommen, Fernsehen sei ein notweniger Teil des Alltagslebens.

Bei Vorschulkindern sollten Eltern grundsätzlich mitschauen, bei älteren Kindern auch, wenn sie die Sendung nicht kennen. Dann können sie ihrem Kind helfen, die Geschehnisse auf dem Bildschirm richtig einzuordnen, und zum Beispiel erklären, dass es lustig gemeint ist, wenn die Schweine in «Shaun das Schaf» mit Müll schießen.

Welche Sendungen sind geeignet? Das kommt auf das Kind an. Manche lieben Märchen, andere Zeichentrickfilme, wieder andere Wissenssendungen, wobei man sich hier nicht allzu große Illusionen über den Lerneffekt machen sollte. Wie man Brot bäckt, lernt ein Kind in der echten Küche, nicht bei der Sendung mit der Maus. (Hinweise auf geeignete Sendungen bekommt man bei der Programmberatung flimmo.de).

DVDs sind eine gute Alternative zu dem oft mäßigen Kinderprogramm. Es gibt eine Reihe von hervorragenden Kinderfilmen, die Kinder gern mehr als einmal anschauen und die auch für Erwachsene unterhaltsam sind. Außerdem kann man den Film nach Bedarf starten und stoppen. (Im Hinblick darauf kann die Anschaffung eines Media Receivers für den Fernseher sinnvoll sein.) Nach dem Fernsehen geht es erst einmal an die frische Luft. Fernsehen kann nämlich ziemlich schlechte Laune machen.

 
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