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42 Können Geburtstagspartys Kinder und Eltern glücklich machen?

Ja, das geht. Eine Party in drei Akten:

  • 1. Akt Die Geschenke Früher wusste oder ahnte man zumindest, dass Schenken und Geschenke etwas Magisches haben. Geschenke wurden daher nicht einfach nur überreicht, sondern dem Beschenkten an Arme oder Körper gebunden. Dazu gehörte die Vorstellung, dass sich die Kraft der Geschenke und guten Wünsche unmittelbar mit dem Beschenkten verbinden. «Angebinde» sagte man auch zu einer solchen Gabe. Geschenke wollen also sorgfältig ausgesucht sein. Auf einen Geburtstagstisch gehören neben Kuchen, Kerzen und Blumen nicht mehr als sieben Geschenke. Darunter dürfen ruhig auch nützliche Dinge sein wie neue Sandalen oder Stifte für die Schule. Und was schenken die Freunde? Eine Geburtstagsfeier ist keine Prestigeveranstaltung. Gäste, die mit 50-Euro-Geschenken anrücken, sind keine Freude, sondern eine Zumutung. Auf der Einladung kann man vermerken, dass die kleinen Gäste bitte in praktischer Kleidung kommen und statt eines Geschenks eine Spielidee mitbringen oder etwas zum Büffet beisteuern sollen. Oder man regt an, dass sich die Eltern der Gastkinder zusammentun und dem Geburtstagskind gemeinsam einen Wunsch erfüllen.
  • 2. Akt: Die Gäste Irgendwo im Freundes- oder Verwandtenkreis muss ein Teenager oder ein jung gebliebener Onkel existieren, der alle Spiele kennt, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, der alles mitmacht und schüchterne und schlecht gelaunte Kinder mitzieht. Er gehört unbedingt mit auf die Gästeliste. (Am besten macht man sich rechtzeitig auf die Suche.) Zu den anderen Gästen: Kein Kind hat zwanzig beste Freunde. Experten empfehlen: einen Gast für jede Kerze auf dem Geburtstagskuchen. Kinder brauchen bei der Gästeliste -dezent - Beratung. Damit Stimmung aufkommt und nicht sofort Randale ausbricht, sollte man ruhige und temperamentvolle Kinder mischen.
  • 3. Akt: Das Fest Der klassische Kindergeburtstag bekommt erst Bedeutung, wenn das Kind erste Sozialkontakte knüpfen kann, also mit Beginn der Kindergartenzeit. Bei den Ein- bis Dreijährigen reicht es, Geschenke auszupacken und mit Luftballons und Kuchen innerhalb der Familie, vielleicht mit Oma und Opa, zu feiern. Das ist Aufregung genug.

Auch bei Kindergartenkindern hält man die Party möglichst schlicht. Am besten organisiert man sie rund um ein paar bekannte Spiele, die man nicht lange erklären muss: Kartoffellauf, Orangentanz, Reise nach Jerusalem, Würstchen-Schnappen und Wasserballonwerfen sorgen für großen Spaß. Damit man sich zwischen den Spielen um das Büffet kümmern kann, stellt man eine Verkleidungskiste, Mal- und Zeichenmaterial oder ein paar robuste Musikinstrumente zur Verfügung (Trommel, Triangel, Flöte, Mundharmonika.)

Bei den Sechs- bis Zehnjährigen sind Themenpartys beliebt. Am besten entscheidet man sich für ein Thema, für das sich das Geburtstagskind und seine Freunde im Augenblick besonders interessieren: Wasser, Pferde, Dinosaurier oder Autos.

Da das Geburtstagskind ja ein Jahr älter wird, sollte man seine wachsenden Fähigkeiten bei der Gestaltung der Feier berücksichtigen.

Mit sechs können Kinder eine einfache Schnitzeljagd machen, mit acht eine Radtour oder Ralley, mit neun eine Übernachtung im Zelt, mit zehn eine Nachtwanderung mit Fackeln und mit zwölf vielleicht eine Kanu-Tour. Bei den Zwölf- bis Vierzehnjährigen kommen Softball-Turniere und Spielnachmittage mit Balderdash oder Tabu gut an.

Übrigens: Sogenannte Goody-bags kann man ersatzlos streichen. Sonst ist man bald bei iPods und Kaschmir-Socken. Wenn es wirklich nicht ohne geht, packt man selbst gebackene Kekse ein oder gibt eine Tüte Popcorn mit.

Beinahe unvermeidlich ist es, dass die Kinder irgendwann wild zu toben, wenn nicht zu randalieren beginnen. Mit ein paar Tricks kann man die Party aber einigermaßen im Griff behalten: Büffet bzw. Kuchentafel nach der ersten großen Spielrunde eröffnen. Wenn die Kinder abgefüttert sind, für die Kleinen Kasperltheater vorführen oder eine Geschichte vorlesen. Ältere Kinder amüsieren sich bei einer kurzen DVD. Danach beginnt die zweite Spielrunde mit ruhigeren Spielen, Scharaden oder Quiz. Nach etwa vier Stunden sollten sich die Gäste verabschieden bzw. abgeholt werden, damit noch ein, zwei Stunden bleiben, um den großen Tag mit Eltern und Geschwistern ruhig ausklingen zu lassen.

 
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