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41 Ab wann brauchen Kinder Freunde?

Zunächst brauchen Kinder Spielkameraden, wobei bis zum dritten Geburtstag mehr neben- als miteinander gespielt wird. Erst im Kindergartenalter wenden sie sich bewusst Kindern zu, die ein ähnliches Temperament und gleiche Interessen haben. (Das Geschlecht spielt erst im Vorschulalter eine Rolle.)

Kinder brauchen Freunde, nicht, um soziale Fähigkeiten zu trainieren - das ist nur ein Nebeneffekt-, sondern weil Freundschaften das Kinderleben bereichern mit Lachen, Abenteuern, Glücksmomenten. Ein Kind ohne Freunde ist ein trauriges Kind.

Deshalb brauchen Kinder auch rechtzeitig Unterstützung, wenn sie sich schwer tun, Anschluss zu finden, etwa nach einem Umzug, Kindergarten- oder Schulwechsel. Manche manövrieren sich durch ein dominantes Verhalten in eine Außenseiterposition. Hier kann man beispielsweise erklären, warum es auch unter Kindern wichtig ist, Regeln zu akzeptieren und mal nachzugeben. Wenn Kinder von Streitigkeiten oder Enttäuschungen berichten, genügt es fast immer, zuzuhören und Anteilnahme zu zeigen. Schließt man sich den Klagen an oder bestärkt sie in einer negativen Meinung, tut man ihnen keinen Gefallen.

Bis ins Kindergartenalter kann man Freundschaften noch ganz gut lenken. Schüchterne, unsichere Kinder bringt man am besten mit ruhigen, besonnenen Kindern zusammen, temperamentvolle mit wilden.

Spätestens ab Schulbeginn suchen sich Kinder ihre Freunde selbst aus, und das ist gut so. Der eine oder andere wird den Eltern vielleicht nicht zusagen, aber grundsätzlich gilt: Wenn man sich keine Sorgen über das Verhalten seines eigenen Kindes machen muss, muss man sich auch nicht wegen «falscher» Freunde ängstigen. Falls sich ein Kind von unguten Verhaltensweisen «anstecken» lässt, spricht man mit allen Beteiligten darüber und macht deutlich: «Ich mache dich für dein Verhalten verantwortlich, nicht für das deines Freundes.»

Ältere Kinder wissen manchmal nicht, wie man sich aus einer schwierigen Freundschaft zurückziehen kann. Vielleicht hilft hier der

Tipp: «Du kannst deinem Freund sagen,

Falsche Freunde zu verbieten ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Erfahrungsgemäß schweißt man auf diese Weise die Kinder nur noch mehr zusammen.

Kinder wissen noch nicht, dass man auch danach beurteilt wird, mit welchen Menschen man sich umgibt, dass die Wahl der Freunde das Leben beeinflusst. Das können sie von Eltern erfahren, die ihnen ohne moralischen Zeigefinger erzählen, wie sich ihre Freundschaften auf ihr Verhalten und ihr Leben ausgewirkt haben und auswirken.

 
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