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25 Wie viel sollen Kinder im Haushalt helfen?

Die meisten Experten sind der Ansicht, dass Hausarbeit gerade auf Kinder einen sehr positiven Effekt hat und ihnen hilft, sich besser zu organisieren, zu konzentrieren und zu motivieren - mal abgesehen davon, dass über Kochen und Putzen wertvolles Basiswissen in Naturwissenschaften und Mathematik vermittelt wird. Allein das ist Grund genug, sich als Eltern nicht allein für den Haushalt zuständig zu fühlen.

Übrigens sieht sogar der Gesetzgeber vor, dass Kinder im Haushalt helfen. In Paragraph § 1619 BGB heißt es: «Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.»

Dreijährige können die Spülmaschine ausräumen helfen, Fünfjährige Staub wischen, Siebenjährige ihr Zimmer aufräumen und hin und wieder staubsaugen, Achtjährige den Tisch decken und abräumen, den Hof fegen und kleine Handlangerdienste leisten, wenn Eltern heimwerken. Neunjährige führen den Hund aus, machen Telefondienst und erledigen Einkäufe, Elfjährige bereiten allein das Frühstück zu und kochen unter Aufsicht, Fünfzehnjährige können Eltern sogar schon einen ganzen Tag entlasten und den Haushalt führen.

Neben den persönlichen Putz- und Aufräumarbeiten wie Bett machen, Schreibtisch ordnen, Kleiderschrank aufräumen empfiehlt sich eine Liste von Pflichten, die der ganzen Familie zugute kommen, zum Beispiel Kochen oder Bügeln. Jedes Familienmitglied übernimmt davon in der Woche mindestens drei.

Sind beide Elternteile berufstätig, erhöht das die Mitwirkungspflicht. Geld gibt es dafür übrigens nicht, die Hilfe ist selbstverständlich. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat das Zusammenleben in der Familie ähnlich einem gegenseitigen Vertrag geregelt. Eltern müssen den Unterhalt ihres Kindes sicherstellen, sind aber nicht verpflichtet, Markenkleidung oder Handy zu finanzieren, wenn sich ihr Kind weigert, eine der oben genannten Aufgaben zu übernehmen. Das ist gut zu wissen, auch wenn Eltern normalerweise nicht das BGB brauchen, um ihr Kind zur Mithilfe zu bewegen. In der Regel helfen Kinder gern und sogar weitgehend freiwillig, wenn man ihnen bei der Ausführung möglichst freie Hand lässt, ihr Engagement wertschätzt (nicht hinterherputzen!) und mit gemeinsamer Zeit belohnt.

Übrigens: Solange Eltern oder ein bezahlter guter Geist die Wohnung auf Hochglanz bringen, sehen Kinder keinen Grund, selbst den Putzlappen zu schwingen.

 
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