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21 Welche Vorbilder brauchen Kinder?

Vorbilder helfen Kindern dabei, ein Bild ihrer Zukunft zu entwerfen. «Wie werde ich mal sein?» Oder anders: «So möchte ich mal sein.» Dabei geht es nicht allein darum, sich vorbildliche Eigenschaften anzueignen, sondern herauszufinden, was man selbst kann, was man sich wünscht und erhofft. In diesem Sinn begleiten Vorbilder den Prozess des Erwachsenwerdens. Sie geben Halt und Orientierung und tragen zur Selbstfindung und Entwicklung der eigenen Identität bei.

Kinder suchen ihre Vorbilder zunächst in der Familie und in der Schule oder im Sportverein: Eltern, ältere Geschwister, große Cousins, ein geliebter Lehrer oder ein bewunderter Trainer. Dann weiten sich die Beziehungen, es kommen Menschen hinzu, die Kinder aus den Medien kennen, Sportler, Musiker, Schauspieler, Persönlichkeiten, die sich für eine gute Sache einsetzen. Und natürlich gibt es auch noch die vielen Fantasiegestalten, Figuren aus Büchern, Comics, Filmen, und solche, die sich das Kind selbst ausdenkt. Oft suchen sich Kinder Vorbilder, deren Fähigkeiten ihnen aus ganz pragmatischen Gründen besonders verlockend erscheinen. Superstark sein wie Bob der Baumeister. Manchmal sind es auch Figuren oder Menschen, die Kindern vertraut sind, weil sie bestimmte Verhaltensweisen, Vorlieben und Abneigungen mit ihnen gemeinsam haben, obwohl sie sich durch ungewöhnliche Fähigkeiten und völlig andere Lebensumstände von ihnen unterscheiden, von Pipi Langstrumpf bis zu Harry Potter.

Am besten sind Vorbilder, die zur Auseinandersetzung anregen, die selbst mit Problemen zu kämpfen haben und zeigen, wie man Schwierigkeiten bewältigt, Ängste überwindet und sich Ungerechtigkeit widersetzt. Eltern sollten wissen, für wen sich ihr

Kind begeistert, und darüber im Gespräch bleiben. Sie können anregen, Verhaltensweisen und Leistungen des «Helden» kritisch zu hinterfragen, und dürfen ruhig auch mal sagen: «Der gefällt mir nicht, weil...».

Mädchen gehen übrigens häufig eine intensive emotionale Bindung mit ihrem Vorbild ein. Jungen dagegen identifizieren sich eher mit ihm. Wenn sie beispielsweise Fußball spielen, eifern sie ihrem Star nicht einfach nach, sie schlüpfen in seine Haut. Jungen und Mädchen gemeinsam ist, dass ihre Fantasien über ein Vorbild immer mit einer Fülle von starken, «erwachsenen» Lebensgefühlen verbunden sind.

 
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