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13 Dürfen Großeltern miterziehen?

Durchaus. Über 30 Prozent der Großeltern in Deutschland betreuen regelmäßig ihre Enkel zweieinhalb Tage in der Woche - trotz eigener Berufstätigkeit. Probleme scheint es dabei kaum zu geben, weil sich mehr und mehr das Prinzip «Engagement ohne Einmischung» durchsetzt und Eltern und Großeltern klare Absprachen treffen, die von beiden Seiten respektiert werden.

Manche Großeltern finden, dass Eltern heute wieder strenger sind, als sie selbst es waren. Sicher war/ist die Babyboomer-Generation ziemlich frech und rebellisch. Im Vergleich dazu ist die jüngere Generation in einigen Bereichen tatsächlich wieder etwas traditioneller als ihre Eltern.

Großeltern treten heute oft lange vor dem Rentenalter ihre neue Rolle an und sind entsprechend gesund und aktiv. Mit Ausnahme von moralischen und religiösen Fragen geht die Sozialisation heute eher von den Jungen zu den Älteren als umgekehrt. Früher wollten Großeltern ihre Erfahrungen weitergeben, heute möchten sie lieber jung bleiben. Eine Strategie dafür ist der Kontakt mit Jüngeren. Eine große Gruppe engagiert sich daher stark in den jungen Familien und knüpft über die Enkel wieder an eine frühere, jüngere Lebensphase an. Den Enkeln wiederum tut der Kontakt mit den Großeltern gut. Nicht nur das Miteinander-Spielen wird als große Bereicherung erlebt, sondern auch das geduldige Zuhören, die unaufgeregte Haltung Klüsen und Problemen gegenüber.

Großeltern sind wichtig für die Vermittlung von moralischen Werten an ihre Enkel und später auch gute Auskunftspersonen über die Jugendsünden der Eltern. Kinder, die vertraute Beziehungen zu Großeltern erleben, entwickeln auch ein besseres Bild vom Alter.

Ein paar Zahlen:

  • * Großmütter sind beim ersten Enkel durchschnittlich zwischen 52 und 55 Jahre alt, die Großväter etwa zwei bis drei Jahre älter.
  • * Im Durchschnitt haben Großeltern in Deutschland drei bis vier Enkel.
  • * Oma und Opa sind gemeinsam da: 70 bis 80 Prozent leben in Partnerschaften.
  • * 76 Prozent der Großeltern unterstützen die jungen Familien;
  • * davon 30 Prozent im Haushalt und bei der Kinderbetreuung,
  • * 22 Prozent finanziell (Hausbau, größere Anschaffungen wie Auto etc.). Jungen Familien fließen jedes Jahr durchschnittlich 3500 Euro zu.
  • * 47 Prozent engagieren sich in beiden Bereichen.
  • * 51 Prozent der Großväter und 65 Prozent der Großmütter unterstützen die Eltern bei der Erwerb Stätigkeit, indem sie Enkel betreuen, 21 Prozent davon täglich.
  • * Über 40 Prozent der Großeltern leben nicht weiter als
  • 25 Kilometer entfernt; davon 70 Prozent in unmittelbarer Nachbarschaft oder sogar im selben Haus.

Quelle: Forsa-Umfrage Deutsches Zentrum für Altersfragen

 
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