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6.1.3 Grafische Benutzerschnittstelle

Aufgrund der technischen Gegebenheiten – da Apple ausschließlich das UIKitFramework zur Gestaltung und Implementierung der GUI einer nativen iOS voraussetzt – einerseits und den neuen Bedienkonzepten für mobile Endgeräte von Apple andererseits, musste die grafische Benutzerschnittstelle neu implementiert werden. Hierbei standen drei Aspekte im Vordergrund

- Übertragen des bestehenden Design- und Layout-Entwurfs

- Verwendung vorhandener Interaktionselemente

- Integration der beiden Architekturmuster (MVVM und MVC)

Die Anpassung des bestehenden Design- und Layout-Entwurfs für die iOS-Plattform wurde maßgeblich durch das geänderte Bedienkonzept und den daraus veränderten Interaktionselementen beeinflusst. Jedoch erwies sich das bestehende Layout als sehr

„iPad-freundlich“, da der Designer eine hohe Affinität zu Apple aufweist und die Konzeption des ursprünglichen Windowsdesigns wesentlich durch die Apple StyleGuidelines inspiriert wurde.

Als geringe Herausforderung erwiesen sich die Standard-Interaktionselemente zur Ein-

/Ausgabe und zur Befehlseingabe. Das Layout und Design der iOSInteraktionselemente ist weitestgehend analog zu den WPFInteraktionselementen und ließ sich in der Regel 1:1 aufeinander abbilden. Allerdings unterscheiden sie sich in der Größe, die insbesondere der Touch-Bedienung per Finger geschuldet ist, so dass dadurch das Gesamtlayout angepasst und harmonisiert werden musste.

Weitaus größeren Aufwand bereitet das Gantt-Diagramm, für das es kein vergleichbares Interaktionselement in iOS existiert. Das Gantt-Diagramm als applikationsabhängiges Interaktionselement mit seinen vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten musste für iOS aufwändig neu konstruiert und implementiert werden.

Abschließend galt es, die grafische Benutzeroberfläche mit dem Anwendungskontext zu verbinden. Das WPF-Framework setzt dabei auf das MVVM-Muster, Apple hingegen wendet durchgehend das MVC-Muster an. Um jedoch nicht gänzlich auf die Vorteile des MVVM-Musters zu verzichten, die gerade im ViewModel verankert sind, war es notwendig, beide Architekturmuster zu verbinden. Dabei mussten die automatisierten Funktionen wie das Datenbindungssystem und die Befehls weiterleitung manuell im Controller des MVC-Musters implementiert werden. Dennoch wirkte sich die Beibehaltung des ViewModels für die Portierungsprozess aufwandmindernd aus, weil ein Teil der Logik, die sonst zusätzlich im Controller hätte implementiert werden müssen, erhalten blieb. Hierzu zählten insbesondere die Abstraktion der Ansicht und Spezialisierung des Objektmodells.

 
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