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Start arrow Informatik arrow Strategie für die Portierung von Desktop-Business-Anwendungen auf iOS-gestützte Endgeräte

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6 Diskussion der Ergebnisse

Kapitel 6 liefert eine allgemeine Nachbetrachtung dieser Arbeit. Zunächst geht es kritisch auf die praktische Durchführung der Portierung ein, um anschließend eine Handlungsempfehlung abzuleiten. Die Handlungsempfehlung beinhaltet allgemeingültige Ratschläge, auf welche Punkte bei der Portierung einer .NET-Anwendung nach iOS-gestütztes Endgerät zu achten sind. Abschließend definiert Kapitel 6.3 ein allgemeingültiges Prozessmodell.

6.1 Bewertung der Portierung

Insbesondere die Abhandlung in Kapitel 5 zeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, die Kernfunktionalität einer DesktopBusiness-Anwendung die mit C# und WPF entwickelt wurde auf ein iOS-Endgerät zu portieren. Das resultiert aus der Tatsache, dass mit MonoTouch ein leistungsfähiges Framework zur Entwicklung von nativen iOS-Apps in der Programmiersprache C# zur Verfügung steht.

Die ausschließliche Portierung der Kernfunktionalität reicht jedoch nicht aus, da für eine leistungsstarke Desktop-Business-Anwendung auch die technische Anbindung an die Plattform gewährleistet sein muss und die grafische Benutzerschnittstelle den Anforderungen der neuen Umgebung genügen muss.

Hieraus ergeben sich im Wesentlichen drei Bereiche, die während der Portierung zur betrachten sind:

Abb. 6-1 Wesentliche Bereiche, die bei der Portierung zu betrachten sind

6.1.1 Anwendungskern

Als geringste Herausforderung erwies sich die Portierung des Anwendungskerns. Hiermit sind im Wesentlichen Komponenten der A-Architektur gemeint, zu denen beispielsweise das Objektmodell oder einige speziell für die Referenzanwendung definierte Datentypen zählen. Zu beachten waren überwiegend verschiedene Sprachkonzepte (siehe Kapitel 5.2.3.1), die seitens MonoTouch nicht unterstützt werden. Sie ließen sich allerdings lokal durch alternative Sprachkonzepte, die eine gleiche Funktionalität aufweisen, ersetzen. Außerdem konnte die fachliche Funktionalität der A-Komponenten und somit deren Algorithmen außeracht gelassen werden. Sie blieben in ihrer Form unberührt. Daher ist ein fachliches Verständnis bei der Portierung eher zweitrangig. Die Kernfunktionalität der Anwendung ließ sich so unverändert erhalten.

6.1.2 Technische Anbindung an die Plattform

Eine weitaus größere Herausforderung boten die technischen Komponenten zur Anbindung an die Plattform. Hiermit sind vor allem die Komponenten der TArchitektur gemeint, wo zu unter anderem die Services zum Zugriff auf Excel-Dateien oder zur Serialisierung bzw. Deserialisierung des Objektmodells gehören. Die technische Grundlage wurde insbesondere durch Komponenten der MicrosoftBibliotheken bereitgestellt, die mitunter nicht in MonoTouch zur Verfügung stehen. Die Inkompatibilität konnte mit zwei Lösungsansätzen beseitigt werden. Zum einen wurden die Microsoft-Komponenten gegen Komponenten ausgetauscht, die auf beiden Plattformen existieren. War das nicht möglich, erfolgte die Anbindung über Schnittstellen, hinter denen Adapter plattformabhängig entscheiden, welche Implementierung verwendet werden soll. Hierdurch konnte ein Großteil der technischen Funktionalität mithilfe plattformunabhängiger Komponenten oder substituierbarer Komponenten erhalten bleiben.

 
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