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2.2.2 Kategorisierung

Die Kategorisierung von Komponenten befasst sich mit der Trennung von Zuständigkeiten innerhalb eines Software-Systems, die im Nachhinein über Abhängigkeiten wieder zusammengefasst werden. Dabei ist es erstrebenswert, technische Problemstellungen (z.B. Datenbankoder Betriebssystemzugriff) von Anwendungsproblemen (z.B. kann die Buchung noch storniert werden) zu trennen. Quasar formalisiert diese Idee folgendermaßen:

„Jedes Software-System befasst sich mit der fachlichen Anwendung, denn dafür wurde es gebaut. Und es verwendet eine technische Basis (Betriebssystem, Datenbank, Verbindungssoftware), denn im luftleeren Raum kann es nicht laufen.“

Jede Komponente einer Anwendung lässt sich einer der fünf folgenden Softwarekategorien zuordnen:

- 0-Software: Komponenten der 0-Software sind unabhängig von Anwendung und Technik. Sie stellen die Basis jeder Anwendung dar und haben sich in der Softwareentwicklung etabliert. Sie sind wiederwendbar, für sich alleine aber ohne Nutzen. Zur 0-Software gehören beispielsweise Komponenten, die sich mit Datentypen oder Container befassen. In .NET gehören dazu z.B. Komponenten des System-Namensraums. Auch die Implementierung eines Designpatterns lässt sich zur Kategorie der 0-Software zuordnen.

- A-Software: Komponenten der A-Software werden bestimmt durch den Anwendungskontext. Sie sind damit stark abhängig von der Anwendung aber unabhängig von der Technik. A-Software befasst sich mit Begriffen wie Bankkunde, Sparbuch, Girokonto oder Buchung und nicht mit Technologien zum Datenbankzugriff oder der Serialisierung von Daten. A-Software wird zumeist speziell für einen Anwendungsfall entwickelt. Ihre Funktionalität bestimmt in der Regel der Wert einer Anwendung.

- T-Software: Komponenten der T-Software kennen Technologien und sind unabhängig von der Anwendung. Diese Komponenten lassen sich in vielen verschiedenen Anwendungen einsetzen und erfüllen meist eine ähnliche Aufgabe. Hierzu zählen beispielsweise Technologien wie Ole DB oder Xaml.

- AT-Software: Die Kombination von A- und T-Software führt zur ungewünschten AT-Software. AT-Software ist stets zu vermeiden, da sie eine hohe Abhängigkeit zwischen Anwendung und Technologie erzeugt. Durch diese Abhängigkeit ist diese Kategorie schwer zu warten und lässt sich kaum wiederverwenden.

- R-Software: „R-Software transformiert fachliche Objekte in andere Repräsentationen und wieder zurück.“ Sie übernimmt keine fachlichen Aufgaben. So zählt z.B. die Komponente der Serialisierung zur R-Software, da sie das fachliche Objekt in ein anderes Format, wie z.B. XML, übersetzt. Das Erzeugen des XML-Formats übernimmt wiederum eine technische Komponente.

Respektive zu den postfixen der Softwarekategorien (0-, A-, T-, AT- und R) lassen sich die Komponenten als 0-, A-, T-, AT- und R-Komponenten bezeichnen.

 
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