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2.2 Softwarekomponenten nach Quasar

Das Akronym Quasar steht für Qualitätssoftwarearchitektur und wurde vom deutschen Softwareunternehmen sd&m entwickelt. Quasar versucht auf vier Ebenen (Ideen und Konzept, Begriffe, Standardarchitektur/-schnittstellen, Standardkomponenten) besonders wichtige Regeln und Mechanismen der Softwaretechnik verständlich zu beschreiben, zu präzisieren und zum Standard zu erklären. Letztendlich soll Quasar dazu beitragen, die Frage zu beantworten, wie sich gegebene Anforderungen so einfach wie möglich in Software umsetzen lassen.

Die nachfolgende Abhandlung soll nicht den Aufbau und die Inhalte von Quasar beschreiben. Vielmehr geht das Kapitel im Sinne der Portierung auf die Kategorisierung von Komponenten ein, die zum Zeitpunkt der Portierung eine wichtige Rolle spielt. Quasar hat hier einen leichten und nachvollziehbaren Weg gefunden, Komponenten in Kategorien einzuordnen. So lässt sich im Rahmen der Portierung leichter identifizieren, welche Komponente unbedingt und welche Komponente vielleicht portiert werden sollte.

Ausführliche Erläuterungen über Quasar liefern die Bücher von Siedersleben sowie Engels et al.

2.2.1 Komponente

Laut Quasar definiert sich eine Komponente aus sechs Merkmalen. Wobei Quasar die ersten fünf Merkmale aus etablierten Definitionen extrahiert und das sechste Merkmal ergänzt. Eine oft zitierte Quelle ist Szypersky:

„A software component is a unit of composition with contractually specified interfaces and explicit context dependencies only. A software component can be deployed independently and is subject to composition by third parties.”

Quasar betrachtet eine Komponente aus verschiedenen Blickwinkeln, bei denen die Technik eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Nachfolgend sind Merkmale nach Quasar aufgelistet:

1. Eine Komponente exportiert eine oder mehrere Schnittstellen. Die Schnittstelle kann als Vertrag zwischen exportierenden und importierenden Komponente gesehen werden.

2. Eine Komponente importiert Schnittstellen anderer Komponenten und nutzt somit die Methoden der importierten Schnittstelle.

3. Eine Komponente versteckt die Implementierung und kann daher gegen eine andere Komponente ersetzt werden, die die gleiche Schnittstelle exportiert.

4. Eine Komponente ist wiederverwendbar, da sie ihre Umgebung, in der sie läuft, nicht kennt, sondern nur minimale Annahmen über sie macht.

5. Komponenten lassen sich über beliebig viele Stufen aus vorhandenen Komponenten zusammensetzen.

Siedersleben definiert als sechstes Merkmal und als zentrale Rolle der Komponente, dass eine Komponente neben der Schnittstelle als wesentliche Einheit des Entwurfs, der Implementierung und damit der Planung gilt.

Damit ist gemeint, dass das Denken in Komponenten schon mit der Planung einer Softwareanwendung beginnt und über die Schritte Entwurf und Implementierung konkretisiert wird.

 
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