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1 Einleitung

1.1 Motivation / Zentrale Fragestellung

Die schnell fortschreitende technologische Entwicklung mobiler Endgeräte führt auch zu einem signifikanten Änderungsprozess im Arbeitsleben. Sie bewirkt konkret eine Zunahme und Veränderung der Nutzung von mobilen Endgeräten im Arbeitsleben.

„Vor zehn Jahren hieß Mobilität, jedem Mitarbeiter ein Diensthandy zu Verfügung zu stellen.“ In der heutigen Zeit sind Smartphones und Tablet-PCs leistungsfähiger und mit mehr Funktionen ausgestattet als damalige Notebooks. Zudem gewährleisten breitbandige Zugangstechnologien wie UMTS, WLAN und LTE einen ständigen, stabilen und schnellen Zugang zum Unternehmensnetzwerk. Der Mitarbeiter kann fast zu jederzeit und an jedem Ort auf seine Daten zugreifen.

Die Folge ist eine Veränderung interner sowie externer Geschäftsprozesse der Unternehmen. „Kunden und Geschäftspartner werden direkter und unmittelbar in die Geschäftsabläufe einbezogen, die Kundenkontakte finden situations- und ortsunabhängiger statt.“ Die Dateneingabe und –ausgabe in die IT-Systeme erfolgt direkt am Ort des Geschehens, was kürzere und flexiblere Geschäftsprozesse ermöglicht.

Ebenso sprechen die Absatzzahlen von mobilen Endgeräten eine deutliche Sprache. Im März 2012 ermittelte das IDC für das Jahr 2011 einen weltweiten Absatz von 563 Millionen Smartphones und Tablet-PCs. Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) wurden davon in Deutschland im gleichen Jahr 11,8 Millionen Smartphones und 2,1 Millionen Tablet-PCs abgesetzt. Bis zum Jahr 2016 prognostiziert das IDC einen Absatz von 1,4 Milliarden Smartphones und Tablet-PCs weltweit. Marktführer sind in dieser Branche die Technologieunternehmen Apple und Google, mit ihren Betriebssystemen iOS und Android, was die Zahlen von Gartner belegen.

Zudem wurden bis 2011 laut Gartner insgesamt ca. 25 Milliarden Apps aus den bekannten App Stores heruntergeladen. Auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts research2guidance berichtet der BITKOM, dass Smartphone-Besitzer in Deutschland 2011 ca. 962 Millionen Apps heruntergeladen haben. Gartner prognostiziert bis zum Jahr 2016 einen Download von ca. 309 Milliarden Apps.

Zurzeit gibt es noch keine Erhebungen, wie viele dieser Apps den Business-Bereich adressieren, da diese zumeist über interne Verteilungssystem installiert werden. Dennoch bestätigt eine Erhebung des IDCs, dass in den kommenden Jahren die Anzahl der mobil arbeitenden Mitarbeiter kontinuierlich ansteigt. Waren es laut IDC im Jahr 2010 knapp über 1 Milliarde Mitarbeiter, so sollen es bis 2015 ca. 1,3 Milliarden sein. Gerade die breite Verteilung und hohe Akzeptanz von Smartphones und Tablet-PCs im privaten Umfeld führen dazu, dass Mitarbeiter diese Geräte auch im geschäftlichen Umfeld einsetzen bzw. einsetzen möchten.

Die Zunahme in der Anzahl der mobil arbeitenden Mitarbeiter legt die Schlussfolgerung nahe, dass auch der Bedarf für mobile Unternehmensanwendungen wachsen wird. Hierbei lassen sich zwei Arten von Anwendungen unterscheiden: zum einen gänzlich neue Anwendungen, die sich aus neuen oder veränderten Geschäftsmodellen ergeben und zum anderen bestehende Desktop-Anwendungen, die auf die neuen mobilen Plattformen, insbesondere iOS und Android, zu übertragen sind.

Die bestehenden Desktop-Anwendungen stellen die Systemarchitekten und Entwickler vor technische Herausforderungen, da sie für gänzlich andere Plattformen entwickelt wurden.

Apple stellt mit seinem Betriebssystem iOS eine nach außen autarke Plattform bereit, in der es nicht möglich ist, Anwendungen anderer Plattformen zu installieren. Demnach müssten sämtlichen Desktop-Anwendungen, die zumeist für das Betriebssystem Windows von Microsoft entwickelt wurden, mit der Entwicklungsumgebung von Apple neu implementiert werden. In der Regel muss für jede Plattform ein eigener Quelltext und eine eigene Entwicklungsinfrastruktur vorgehalten werden, was zu hohen Kosten und langen Entwicklungszeiten führt. Nicht zu vergessen ist der Lebenszyklus einer Anwendung, der bei getrenntem Code und bei eigenen Entwicklungsinfrastrukturen für beide Plattformen nur schwer auf einem gleichbleibenden Stand zu halten ist.

Daraus ergibt sich die nachfolgende zentrale Fragestellung dieser Arbeit:

Wie können bestehende Desktop-Business-Anwendungen der Windows-Plattform effektiv und effizient auf iOS-gestützte Endgeräte portiert und anschließend für beide Plattformen mit gemeinsamen Quellcode weiterentwickelt werden?

Aus dieser Fragestellung lassen sich gleich drei Aspekte ableiten, die für diese Arbeit relevant sind:

- Anpassung des Benutzerkonzeptes an die mobile Umgebung;

- Portierung des Quellcodes auf die neue Plattform;

- Konzepte und Ansätze für die parallele plattformunabhängige Weiterentwicklung.

 
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