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5.6 Fazit der Simulation

Wie die Simulation gezeigt hat, ist die Auswirkung von IFRS 11 auf Financial Covenants von DAX 30 Unternehmen sehr unterschiedlich. Von den insgesamt 30 Unternehmen, welche im DAX 30 vertreten sind, wurden insgesamt 25 Unternehmen näher untersucht. Die übrigen fünf Konzerne sind dem Finanzdienstleistungsbereich zuzuordnen und wurden daher nicht näher untersucht.

Von den verbleibenden 25 Unternehmen zeigte sich, dass insgesamt nur fünf Konzerne ihre Joint Ventures quotal in den Konzernabschluss einbeziehen. Die anderen Konzerne machten entweder von dem Wahlrecht Gebrauch, die Joint Ventures bisher schon nach der Equity Methode darzustellen oder gaben an, dass in den Konzernabschluss keine Joint Ventures einbezogen wurden.

In weiterer Folge wurden die Konzernabschlüsse aus dem Geschäftsjahr 2011 dieser Unternehmen (BASF, Bayer, Deutsche Post, Heidelberg Cement und Volkswagen) näher analysiert. Hierbei zeigte sich, dass die Anzahl der Joint Ventures auch bei diesen Konzernen gemessen an den gesamten Unternehmen, welche in den Konzernabschluss miteinbezogen werden, relativ gering ist.

Name

Anzahl von Unternehmen im Konsolidierungs-

kreis

davon Quotenkonsolidiert

in Prozent

BASF

316

24

7,59%

Bayer

283

4

1,41%

Deutsche Post

903

14

1,55%

Heidelberg Cement

932

46

4,94%

Volkswagen

958

4

0,42%

Tabelle 44: Konsolidierungskreis DAX Unternehmen

Aufgrund dieser ersten Darstellung ließe sich vermuten, dass die Auswirkung für Volkswagen am geringsten und für BASF am höchsten wäre. In einem nächsten Schritt wurde der Anteil der Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen der Joint Ventures am Gesamtkonzernabschluss analysiert. Hierbei mussten, aufgrund der teilweise sehr geringen Dichte an Informationen im Abschluss über die Joint Ventures, Annahmen getroffen werden. Unter Berücksichtigung dieser Annahmen zeigte sich anschließend ein divergierendes Bild von der ersten Analyse. Wie in Tabelle 18: Übersicht Anteil Joint Ventures an Vermögenswerten) sowie Tabelle 19: Übersicht Anteil Joint Ventures an GuV) dargestellt ist, betragen die anteiligen Vermögenswerte im Falle von Volkswagen insgesamt 11,85% der Konzernbilanz und 18% des Jahresüberschusses. Bei BASF zeigte sich ein gegenteiliger Effekt, da die anteiligen Vermögenswerte nur ca. fünf Prozent des Konzernabschlusses ausmachten. Basierend auf diesen ersten beiden Analysen zeigte sich bereits, dass eine rein quantitative Analyse der Anzahl der Beteiligungen zu einem falschen Resultat führen würde.

Dadurch, dass einige Daten über die Joint Ventures in den Konzernabschlüssen nicht gezeigt wurden, mussten für die Simulation einige Annahmen getroffen werden, um diese durchführen zu können. Ebenfalls wurden gewisse Positionen, welche für die Berechnung der Kennzahlen relevant waren, annährungsweise errechnet. Hierbei ist davon auszugehen, dass diese Näherungsrechnungen nicht vollständig der Realität entsprechen.

Die anschließende Berechnung der Covenants sowie die Gegenüberstellung mit dem bisherigen Bilanzierungsstandard zeigte ein differenziertes Bild. Während die EBIT Interest Cover Ratio sowie die EBITDA Interest Cover Ratio bei drei Konzernen (BASF, Heidelberg Cement und Volkswagen) einen deutlichen Rückgang zeigten, kam es im Bereich der Eigenkapitalquote und des Working Capital zu einer Verbesserung für alle Unternehmen.

Die Auswirkung auf die Veränderungen der Covenants war tendenziell bei allen Unternehmen gleich, jedoch in ihrer absoluten Höhe deutlich verschieden, da bei der Deutschen Post und bei Bayer, die bisher quotal einbezogenen Unternehmen nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtkonzernabschluss haben.

Es ist daher aufgrund der durchgeführten Simulation festzustellen, dass die ergebnisorientierten Kennzahlen, welche als Basis das EBIT bzw. das EBITDA verwenden, tendenziell sinken. Ebenso zeigte sich eine Verschlechterung der Leverage Ratio, welche jedoch nicht im selben Ausmaß zu erkennen war, als dies bei der Interest Cover Ratio festzustellen war. Dieser Effekt erklärt sich dadurch, dass der Rückgang durch die verkürzte Bilanz gemindert wurde.

Für die Kapitalstruktur der untersuchten Unternehmen zeigte sich in Summe ein positives Bild, da im Rahmen dieser Simulation die Annahme bestand, dass das Eigenkapital durch die Equity Bewertung im Jahr der Umstellung konstant bleibt. Jedoch reduzierte sich insgesamt die Bilanzsumme der Konzerne und dadurch kam es zu einer Verbesserung des Verschuldungskoeffizienten sowie der Eigenkapitalquote.

Abschließend ist festzustellen, dass bei drei (BASF, Heidelberg Cement und Volkswagen) von insgesamt 25 untersuchten Geschäftsberichten größere Veränderungen auf die Financial Covenants durch die Umstellung zu erwarten sind, da bei diesen Konzernen, der Anteil der Joint Ventures an der Bilanzsumme bei über 5% lag.

Bei zwei der fünf untersuchten Abschlüsse waren die Anteile der Joint Ventures am Gesamtumfang gering, da ihr Anteil der Gesamtkonzernbilanzsumme unter einem Prozent lag. Aus diesem Grund bewegten sich auch die Auswirkungen auf die Covenants in diesem Bereich.

 
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