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5.1.5 Zwischenfazit der Datenaufbereitung

Die Darstellung der Unternehmensergebnisse bzw. die Aufbereitung der Geschäftsberichte der Konzerne, welche als Basis für die Simulation dienen, sehr stark divergiert. Während BASF, Bayer sowie Volkswagen ihre Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren gliedern, stellen die Deutsche Post sowie Heidelberg Cement ihre Ergebnisse nach dem Gesamtkostenverfahren dar. Aus diesem Grund wurde für diese beiden Unternehmen die Annahme getroffen, dass sich das Bruttoergebnis aus Umsatzkosten abzgl. Materialeinsatz errechnet, um eine einheitliche Darstellung für diese Arbeit zu erzielen.

Des Weiteren divergiert die Angabe der anteiligen Vermögenswerte von Joint Ventures in den Abschlüssen ebenfalls sehr stark. Während BASF die Umsatzerlöse, das EBIT, EGT sowie das Ergebnis nach Steuern ausweist, zeigen andere Unternehmen lediglich die anteiligen Aufwendungen und Erträge. In diesen Fällen, wurden wie bereits oben angeführt, Annahmen bezüglich der Verteilung der einzelnen Posten getroffen. Hierbei wird in dieser Arbeit davon ausgegangen, dass sich die anteiligen Aufwendungen und Erträge im selben Verhältnis wie die gesamten Aufwendungen und Erträge in der Konzern Gewinn- und Verustrechnung verhalten. Das anteilige Eigenkapital wird ebenso lediglich von BASF angegeben. In allen anderen Fällen wurde darauf zurückgegriffen, das anteilige Eigenkapital der Joint Ventures indirekt über die Differenz zwischen anteiligem Gesamtvermögen abzüglich anteiliger Schulden zu berechnen.

Einen weiteren Sonderfall stellt die Deutsche Post dar. Hierbei werden für die Anhangsangaben im Bereich der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten quotierte Einzelabschlussdaten verwendet. Die Umsatzerlöse in der Gewinn- und Verlustrechnung werden bereinigt um die konzerninternen Geschäftsfälle dargestellt. Zu den Aufwendungen werden keinerlei Angaben getätigt, lediglich das den Joint Ventures zuzurechnende EBIT wird noch dargestellt.

5.1.6 Relevanz von Joint Ventures in den Jahresabschlüssen

Die Darstellung der Anteile der Joint Ventures an den Gesamtkonzernabschlüssen der DAX Konzerne zeigte ein divergierendes Bild. Die folgende Tabelle zeigt die anteiligen Vermögenswerte, welche durch Joint Ventures in die Abschlüsse einfließen.

Tabelle 18: Übersicht Anteil Joint Ventures an Vermögenswerten

Tabelle 19: Übersicht Anteil Joint Ventures an GuV

Durch die unterschiedliche Informationsdichte in den einzelnen veröffentlichten Geschäftsberichten der Konzerne müssen für die nachfolgende Simulation einige Annahmen bezüglich der Verteilung der Aufwendungen und Erträge getroffen werden.

Wie aus dieser Darstellung zu erkennen ist, wird die Relevanz des Endorsements von IFRS 11 für die Konzerne von sehr unterschiedlicher Bedeutung sein. Während bei Bayer die anteilig einbezogenen Vermögenswerte nur 0,21% bzw. bei der Deutschen Post DHL 0,58% des Gesamtkapitals ausmachen, so zeigt sich bei den weiteren Unternehmen ein deutlich differenziertes Bild. Bei BASF sowie Heidelberg Cement betragen die Vermögenswerte, welche durch Joint Ventures einbezogen werden, rund 5%. „Spitzenreiter“ in dieser Darstellung ist der Volkswagen Konzern. Bei diesem belaufen sich die anteiligen Vermögenswerte auf nahezu 12% der Gesamtkonzernbilanz.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese Darstellung nur unter gewissen Annahmen erreicht werden konnte, da der Informationsgehalt in den Abschlüssen nicht ausreichend hoch war.

In keinem der Fälle wurde von dem Unternehmen von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, die anteiligen Werte der Joint Ventures direkt in der jeweiligen Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen. Alle Unternehmen führten die Werte in den Anhangsangaben an.

 
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