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5.1.1 Zielbeschreibung

Ziel der Simulation ist es, die Veränderung von relevanten Financial Covenants von DAX Unternehmen durch die erstmalige Anwendung auf Basis der IFRS Konzernabschlüsse dieser Unternehmen mit Stichtag 2011 festzustellen. In der Simulation werden keine Finanzdienstleistungsunternehmen berücksichtigt. Die relevanten Covenants sowie weitere nötige Definitionen werden im Punkt Aufgabenspezifikation durchgeführt. Hierbei soll der Übergang der Quotenkonsolidierung zur Equitykonsolidierung von Joint Ventures gemäß IFRS 11 simuliert werden.

5.1.2 Aufgabendefinition und Systemanalyse

Aufbauend auf dem Kapitel 4 – Covenants werden die folgenden Financial Covenants bei der Simulation berücksichtigt:

EBITDA Interest Cover Ratio

EBITDA

Zinsaufwand

EBIT Interest Cover Ratio

EBIT

Zinsaufwand

Working Capital in %

Umlaufvermogen x 100 kfr. Verbindlichkeiten

Leverage Ratio

Net Debt EBITDA

Verschuldungskoeffizient

Fremdkapital x 100 Eigenkapital

Eigenkapitalquote

(gezeichnetes Kapital + Riicklagen + Anteile von

Gesamtkapital

Tabelle 5: Covenants für die Simulation

Eine Adjustierung von Bilanzpositionen bzw. GuV Positionen wie dies bei Rating Agenturen üblich ist, wird nicht vorgenommen, da hierfür mitunter die in den Jahresabschlüssen zur Verfügung gestellten Informationen nicht ausreichen würden und das Ziel der Simulation darin liegt, die Veränderung durch IFRS 11 aufzuzeigen und nicht ein Kreditrating zu errechnen.

Zur Berechnung werden die folgenden Definitionen herangezogen:

- EBIT: betriebliche Erträge abzüglich von betrieblichen Aufwendungen.

- EBITDA: EBIT bereinigt um Abschreibungen des Anlagevermögens sowie Abschreibungen auf den Goodwill.

- Net Debt: Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel sowie Finanzanlagen.

- Alle anderen Positionen orientieren sich an dem Gliederungsschema der IFRS Abschlüsse.

Als Grundgesamtheit für die Simulation dienen DAX Unternehmen ohne Finanzdienstleister. In der folgenden Tabelle sind alle DAX Unternehmen mit Stand 15.03.2013 angeführt.

Tabelle 6: DAX Unternehmen

5.1.3 Datenbasis bzw. Datenbeschaffung

Als Datenbasis dienen die Geschäftsberichte der oben angeführten Unternehmen aus dem Geschäftsjahr 2011, sofern es sich nicht um Finanzdienstleister handelt. Die Verweise zu den Abschlüssen können dem Literaturverzeichnis entnommen werden und wurden hier nicht aufgeführt. Diese Abschlüsse wurden dahingehend analysiert, ob sich im jeweiligen Konsolidierungskreis des Konzerns Joint Ventures finden. Sofern im Konzernabschluss keine quotenkonsolidierten Gesellschaften vorhanden sind, werden diese Abschlüsse nicht in die Simulation mit einbezogen, da hier keine Veränderung durch IFRS 11 eintreten wird.

ADIDAS AG NA O.N.

173

0

BASF SE NA O.N.

316

24

BAY.MOTOREN WERKE AG ST

193

0

BAYER AG NA

283

4

BEIERSDORF AG O.N.

166

0

CONTINENTAL AG O.N.

440

0

DAIMLER AG NA O.N.

557

0

DEUTSCHE POST AG NA O.N.

903

14

DT.TELEKOM AG NA

255

0

E.ON SE NA

475

0

FRESEN.MED.CARE KGAA ST

121

0

FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.

1257

0

HEIDELBERGCEMENT AG O.N.

932

46

HENKEL AG+CO.KGAA VZO

178

0

INFINEON TECH.AG NA O.N.

39

0

K+S AG NA O.N.

68

0

LANXESS AG

66

0

LINDE AG O.N.

541

0

LUFTHANSA AG VNA O.N.

229

0

MERCK KGAA O.N.

228

0

RWE AG ST O.N.

534

0

SAP AG O.N.

199

0

SIEMENS AG NA

746

0

THYSSENKRUPP AG O.N.

699

0

VOLKSWAGEN AG VZO O.N.

958

4

Tabelle 7: Quotenkonsolidierung in DAX Unternehmen

Insgesamt sind von 10.556 Gesellschaften, welche in den Konzernabschlüssen der Unternehmen enthalten sind, lediglich 92 Gesellschaften anteilig nach der Quotenkonsolidierung einbezogen. Dies entspricht einer Quote von 0,87%.

Auch bei den fünf Gesellschaften, welche von dem Wahlrecht Gebrauch machen, Joint Ventures anteilig in ihre Abschlüsse einzubeziehen, zeigt sich ein ähnliches Bild. Hierbei werden insgesamt 3.392 Gesellschaften in den Abschluss einbezogen, wovon 92 quotenkonsolidiert werden. Dies entspricht einem Anteil von 2,71%. Da jedoch eine quantitative Analyse der Beteiligungen keine validen Erkenntnisse bringt, werden die fünf Konzerne weiter untersucht.

Die Unternehmen BMW, Daimler, Deutsche Telekom, E.ON, K+S, Henkel, Lufthansa, Siemens und Thyssenkrupp verfügen zwar über Joint Ventures, jedoch werden diese nach der Equity Methode bilanziert und sind daher ebenfalls nicht in der durchgeführten Simulation enthalten.

Aufgrund der Analyse der Geschäftsberichte wird die weitere Simulation mit den fünf DAX Unternehmen durchgeführt, welche in ihren Konzernabschlüssen von 2011 Joint Ventures im Rahmen der Quotenkonsolidierung einbezogen haben. Diese Unternehmen sind BASF, BAYER, Deutsche Post, Heidelberg Cement sowie Volkswagen.

 
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