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4 Covenants

4.1 Covenants – Einleitung und Definition

Langfristige Finanzierungslinien von Unternehmen beinhalten, unabhängig davon ob diese als Kredit oder als Anleihe deklariert sind, zumeist gewisse Bedingungen, sog. Covenants, welche das Unternehmen während der Laufzeit der Finanzierungslinie einzuhalten hat. Diese Covenants in den Verträgen können im weiteren unterschieden werden zwischen „Operating Covenants“, welche sich auf die operative Unternehmensführung beziehen und „Financial Covenants“, welche sich auf relevante finanzielle Größen beziehen. Des Weiteren können diese Covenants noch in positive Covenants und negative

Covenants unterteilt werden. Positive Covenants erfordern vom Schuldner gewisse Tätigkeiten, wohingegen negative Covenants den Ausschluss von gewissen Handlungen darstellen. Covenants stellen daher für den Kapitalgeber eine Sicherheit dar, da der Schuldner gezwungen ist, gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten. Hiermit kann zB. vermieden werden, dass der Schuldner in riskantere Projekte investiert, ohne dem Kapitalgeber dafür eine entsprechende Risikoprämie zu zahlen.

Nach Lüscher-Marty werden die operativen Covenants als sog. Affirmative Covenants bezeichnet. Diese Affirmative Covenants können wiederum in positive sowie negative Covenants unterteilt werden. In dieser Arbeit werden die Begriffe Affirmative Covenants und Operating Covenants als gleich behandelt. Die folgende Grafik zeigt eine schematische Darstellung der Covenants sowie einige mögliche Vereinbarungen.

Abbildung 13: Arten von Covenants

4.2 Positive Affirmative Covenants

Unter positiven Covenants werden relevante finanzielle Informationen verstanden, welche vom Schuldner regelmäßig an die Kapitalgeber berichtet werden müssen. Nach Schramm und Hansmeyer gehören hierzu:

- Der Einzelbzw. Konzernabschluss sowie der Lagebericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Abschluss muss geprüft sein und vom Wirtschaftsprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhalten haben. Ebenso muss eine Cash-Flow Rechnung enthalten sein und die Einhaltung der Financial Covenants muss bestätigt sein.

- Unterjährige finanzielle Berichterstattung, welche die konsolidierten (im Falle eines Konzerns) Monatsbzw. Quartalsabschlüsse beinhaltet. Diese bestehen aus einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und einer Bestätigung der Einhaltung der vereinbarten Financial Covenants. Ebenfalls ist ein Bericht über die operative Geschäftsentwicklung sowie die finanzielle Entwicklung beizulegen.

- Planungsrechnungen für das folgende Geschäftsjahr sowie eine Mittelfristplanung für die nächsten drei bis fünf Jahre, welche aus einer Planbilanz, Plan Gewinn- und Verlustrechnung sowie einer Investitionsplanung besteht. Im Falle eines Konzerns sind konsolidierte Zahlen heranzuziehen.

Eine rollierende Liquiditätsplanung, welche unterjährig in regelmäßigen Abständen erfolgt, um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass erkennen zu können und eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen.

 
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