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3.6.3 Übergangsvorschriften

Der Prozess für die Umstellung der Quotenkonsolidierung auf die Equity Methode ist in folgender Grafik schematisch dargestellt:

Abbildung 12: Umstellung Equity Methode

Ausbuchung bzw. Entkonsolidierung der bisher erfassten Vermögenswerte und Erfassung des Equity Buchwertes

Um eine Bilanzidentität zu erreichen, erscheint es sinnvoll, die zuvor quotal einbezogenen Vermögenswerte im Konzernabschluss in einem ersten Schritt weiterhin einzubeziehen. Darauf erfolgt anschließend die Ausbuchung dieser Werte sowie das Einbuchen des Equity Buchwertes. In diesem Zusammenhang sind etwaige Wertänderungen, welche bisher im OCI erfasst wurden, zu beachten. Hierbei kann angedacht werden, dass die bisher beim Joint Venture erfassten Werte auf das Unternehmen, welches die Beteiligung hält, unter Beachtung von IAS 1.82 übertragen werden.

Sollte dies nicht erfolgen, so müssten die gebildeten Rücklagen auflöst werden. Nach der Meinung von Küting und Wirth stellt eine Umstellung der Konsolidierungsform nach IFRS 11 jedoch keinen Anlass dar, dass OCI Rücklagen recycelt oder erfolgsneutral gegen die Gewinnrücklagen ausgebucht werden sollen. Ebenso ist davon auszugehen, dass die erfolgsneutral gebildete Rücklage für die Währungsumrechnung auf Ebene der beteiligungshaltenden Gesellschaft fortzuführen ist.

Anhangsangaben

In Bezug auf die Anhangsangaben ist zu beachten, dass gemäß IFRS 11.5 eine differenzierte Darstellung der ausgebuchten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgen muss. Hierbei wird von einem „breakdown of assets and liabilities“ gesprochen. Nach Ansicht von Küting und Wirth sollte ein Ausweis, welcher sich an den „major classes of assets and liabilities“ nach IFRS

5.38 orientiert, ausreichend sein.

- Goodwill

Sofern für das Joint Venture, welches ehemals nach der Quotenkonsolidierung bilanziert wurde, ein Goodwill aus der ursprünglichen Erstkonsolidierung vorhanden ist, so ist auch dieser im Rahmen des Übergangs zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu anderen Vermögenswerten wird hierfür jedoch eine gesonderte Regelung definiert. Sollte der Goodwill für Zwecke des Impairmenttests bisher einer übergeordneten Cash Generating Unit (CGU) zugeordnet gewesen sein, ist der zukünftige für die Equity Bilanzierung relevante Goodwill nach IFRS 11.C2 auf Grundlage der „relative carrying amounts“ der goodwilltragenden CGU relativ zum Joint Venture zu ermitteln.

Sollte im Rahmen der Dotierung des Equity Buchwerts und eines durchgeführten Impairmenttests ein Abwertungsbedarf festgestellt werden, so ist dieser erfolgsneutral mit Rücklagen zu verrechnen.

- Negatives Vermögen

Ein eventuelles negatives Vermögen von Joint Ventures wird im Rahmen der Quotenkonsolidierung im Konzernabschluss erfasst. Im Gegensatz dazu kann nach der Equity Methode der Beteiligungsbuchwert maximal auf null absinken. Nachfolgende Verluste müssen in einer Nebenrechnung erfasst werden. Hierbei ist jedoch zu prüfen, ob für eventuelle Verluste eine Nachschussverpflichtung besteht und für diese eine Rückstellung gebildet werden muss.

3.7 Stand des Endorsement Prozesses in der EU

Die drei neuen Standards, IFRS 10, 11 und 12 wurden vom IASB mit 12. Mai 2011 veröffentlicht und sind grundsätzlich verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 01.01.2013 anzuwenden. Von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) wurde am 09. Februar 2012 die öffentliche Kommentierungsphase für diese Standards gestartet und es war möglich, bis 11. März 2012 dazu Stellung zu nehmen. Mit 30. März 2013 wurde von der EFRAG ein Endorsement Advice Letter veröffentlicht. Hierbei wurde festgestellt, dass die Standards alle Kriterien erfüllen, um in geltendes EU Recht umgesetzt zu werden, jedoch das Umsetzungsdatum ab dem Jahr 2013 nicht unterstützt wird.

Begründet wurde die Empfehlung damit, dass Tests gezeigt haben, dass einige Finanzinstitute mehr Zeit benötigen werden, um die Standards korrekt umzusetzen. Nach Empfehlung der EFRAG sind die Standards mit 01.01.2014 verpflichtend anzuwenden, wobei eine frühere Anwendung gestattet wird.

Nach dem derzeitigen Stand soll laut dem „EU endorsement status report“ vom 5. März 2013 eine Umsetzung der Standards IFRS 10, 11 und 12 für europäische Unternehmen verpflichtend mit 01.01.2014 sein, wobei eine frühere Anwendung gestattet ist.

 
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