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3.6.1 Joint Operations nach IFRS 11

IFRS 11 definiert Joint Operations folgendermaßen: „A joint operation is a joint arrangement whereby the parties that have joint control of the arrangement have rights to the assets, and obligations for the liabilities, relating to the arrangement. Those parties are called joint operators“.

Von einer Joint Operation wird nach IFRS gesprochen, sofern die Partnerunternehmen, welche eine gemeinschaftliche Beherrschung besitzen jeweils, direkte Rechte an den Vermögenswerten und die Verpflichtungen für die Schulden an der gemeinschaftlichen Vereinbarung haben.

In IAS 31 richtete sich die Abgrenzung zwischen gemeinschaftlichen Vermögenswerten bzw. Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen nach der rechtlichen Einheit, in welcher die gemeinschaftliche Tätigkeit durchgeführt wurde. Nach IFRS 11 rücken nun die Rechte und Pflichten der jeweiligen Vertragspartner in den Vordergrund und dienen damit zur Abgrenzung. Die rechtliche Form tritt hierbei in den Hintergrund, ist jedoch als Kriterium zur Identifikation der Rechte und Pflichten weiterhin ein zentraler Punkt, aber kein entscheidender Faktor mehr.

Die jeweiligen Vertragsparteien berichten in ihren Jahresabschlüssen ihren Anteil an den gemeinschaftlichen Vermögenswerten. Dies umfasst:

- Die anteiligen Vermögenswerte

- Die anteiligen Verbindlichkeiten

- Die anteiligen Erlöse sowie die anteiligen Aufwendungen.

Vertragsparteien, welche keine gemeinsame Beherrschung ausüben, jedoch ebenso eine direkte Beteiligung an den Vermögenswerten haben, bilanzieren diese ebenfalls anteilig. Sollte keine direkte Beteiligung vorliegen, wird der Anteil nach IFRS 9 Financial Instruments bewertet.

Diese Bilanzierungsvorschrift für Joint Operations ist der Quotenkonsolidierung sehr ähnlich, jedoch kann sie durch die folgenden Faktoren zu unterschiedlichen Darstellungen führen:

- Die Rechte und Pflichten, welche ein Vertragspartner in Bezug auf die Vermögenswerte sowie die Schulden hat, können von den tatsächlichen Eigentumsverhältnissen, je nach Vertragsgestaltung abweichen und müssen daher nicht zwangsläufig der quotalen Darstellung entsprechen.

- Die anteiligen Werte der Joint Operation werden in den jeweiligen Bilanzen der Vertragspartner berücksichtigt. Daher entsteht hierbei kein Unterschied zwischen Einzel- und Konzernbilanz.

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