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2 Historische Entwicklung von IFRS

Für eine Internationalisierung der Rechnungslegungsstandards gibt es vielfältige Gründe. Der größte Bedarf nach einheitlichen und vergleichbaren Standards kommt von internationalen Unternehmen, welche aus den folgenden Gründen an mehreren Börsen notieren möchten:

- Leichtere Aufnahme von Eigenkapital, da andere Börsen teilweise größer und ebenso liquider als die heimische Börse sind,

- Aktien können als Aquisitionswährung verwendet werden und

- die Erlangung des Rufes als Global Player

Die historische Entwicklung der internationalen Rechnungslegungsstandards ist vergleichsweise kurz. Als erster Schritt kann die Gründung des International Accounting Standards Committee (IASC) am 29.06.1973 gesehen werden. Das IASC wurde als privatwirtschaftliche Organisation in London gegründet. Diese hatte das Ziel, Rechnungslegungsstandards zu entwickeln, diese zu publizieren und abschließend deren internationale Akzeptanz zu fördern mit der Absicht, für eine harmonisierte Rechnungslegung zu sorgen. Einer der bedeutsamsten Initiatoren war Großbritannien, welches mithilfe des IASC das Ziel verfolgte, die weltweite Anerkennung der angelsächsischen Rechnungslegungstradition zu forcieren. In den folgenden Jahren wurde vom IASC eine Reihe von Standards veröffentlicht.

In einem weiteren Schritt kam es mit dem „Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen“ im Jahr 1989 zu einer konzeptionellen Grundlage für zukünftige Abschlüsse. Zudem begann die Kooperation zwischen dem IASC und der internationalen Organisation von nationalen Wertpapieraufsichtsbehörden (International Organization of Securities Commissions – IOSCO), welche mit dem von ihr verfolgten Comparability Project eine ähnliche Absicht, nämlich die Harmonisierung von Jahresabschlüssen, verfolgte.

Diese Harmonisierung sollte durch einen Entfall von Wahlrechten erreicht werden, um so eine Qualitätssteigerung von Jahresabschlüssen zu erzielen und um den Erfordernissen der internationalen Kapitalmärkte gerecht zu werden. Im Zuge dieses Prozesses wurden insgesamt zehn bestehende Standards überarbeitet und es kam zu einem Entfall von 29 Wahlrechten. Sofern Wahlrechte im Zuge des Projektes nicht entfernt wurden, unterschied die IASC anschließend zwischen einer bevorzugten Methode (benchmark treatment) und einer zulässigen Alternative (allowed alternative treatment).

Durch die Kooperationen zwischen IASC und IOSCO kam es zu einer allgemeinen Annährung der International Accounting Standards (IAS) an der amerikanischen Rechnungslegung.

Aufgrund der mangelnden Verpflichtung zur Anwendung der Standards des IASC sah man sich lange Zeit mit einer mangelnden Akzeptanz der Standards konfrontiert. Um die Akzeptanz der eigenen Rechnungslegungsgrundsätze zu steigern, verfolgte das IASC die Strategie der engen Zusammenarbeit mit nationalen Standardgebern, Börsenaufsichten und auf internationaler Ebene mit der IOSCO. Die IOSCO hatte darauf verzichtet, einen eigenen Rechnungslegungsstandard zu entwickeln und versuchte anstelle dessen, durch Kooperationen ein einheitliches Regelwerk zu entwickeln. Durch die Absicht der Wertpapierkommission die IAS als einheitlichen Weltstandard zu entwickeln, waren fortan alle Tätigkeiten des IASC durch die Anerkennung der IOSCO geprägt.

Als Meilenstein in der Entwicklung der International Accounting Standards ist die Vereinbarung aus dem Jahr 1993, in welcher sich IASC und IOSCO auf ein gemeinsames Programm zur Adaption der bestehenden IAS geeinigt haben, zu sehen. Durch diese Einigung begann eine Phase für das IASC, in welcher die Entwicklung des sog. Core Set of Standards im Mittelpunkt stand. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise, bei welcher einzelne Standards anerkannt wurden, sollten die Core Standards einen den Anforderungen der IOSCO entsprechenden Mindeststandard darstellen. Das Projekt der Core Standards wurde 1998 mit der Verabschiedung des Standards IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ größtenteils vollendet.

Im Jahr 2000 wurde den Mitgliedern der IOSCO empfohlen, die IAS als zulässigen Rechnungslegungsstandard für ein Listing an ihren Börsen zuzulassen. Durch die Akzeptanz der 30 IAS Core Standards wurde die Arbeit des IASC honoriert. Zudem kann es als ein Beleg für die Qualität der IAS als internationale Rechnungslegungsstandards gesehen werden.

 
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