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2.3. Online-Journalismus

2.3.1. „Online“-Journalismus – ein Definitionsversuch

Das Internet bietet dem Journalismus zahlreiche neue Möglichkeiten. Aufbauend auf gleichbleibenden Strukturen des traditionellen Journalismus bieten sich multimediale Elemente an. Obwohl der Text immer noch den Hauptbestandteil des Internets darstellt, wird dieser unterstützt durch Bild, Video und Audio – diese Elemente unterstützen und erleichtern die Rezeption.

Steffen Soltau, 2008 formuliert die Annahme, dass das Internet als viertes Massenmedium (neben Print, Hörfunk und Fernseher) anzusetzen ist. Das Internet bietet auch Aktualität an – die Möglichkeit der nachträglichen Änderung von jeglichem Inhalt und dies rund um die Uhr für „jeden“ von (theoretisch) jedem Ort der Welt bringt eine neue Form der Gegenwart mit sich.

Als weiteres Phänomen ist die Interaktivität zu nennen. Es kann beispielsweise eine Beziehung zwischen Rezipient und Journalist hergestellt werden

– durch neuartige Elemente wie Blogs, Chats oder Foren.

Das Internet bietet die Möglichkeit, Daten stets präsent zu halten – dies wird unterstrichen durch die immense Speicherkapazität und die Kostengünstigkeit.

Günzler, 2007 sieht im Online-Journalismus schlichtweg eine neue Erscheinung im Rahmen des traditionellen Journalismus. Hierbei werden also schlichtweg jegliche Strukturen des Journalismus multimedial gleichsam umgesetzt. Sie verweist hierbei auch auf Altmeppen, 1998 der im Online-Journalismus nur ein Zusammenspiel von Daten, Text, Bild und Ton vermutet. Daraus lässt sich schließen, dass der Online-Journalismus zu den Vorgaben des traditionellen Journalismus den Umgang mit den technischen Gegebenheiten beherrschen muss.

Zudem gilt es, eine andere Aufbereitung zu bedenken – es muss sowohl auf die Interaktivität, als auch auf die Reizstärke des Internets Rücksicht genommen werden. Eine Orientierung am Rezipienten ist also für den Online-Journalismus unabdingbar.

Quandt, 2005 gibt hierzu zu bedenken:

„Eine Bestimmung des Online-Journalismus in diesem Sinne ist natürlich schwierig, zumal sie immer nur vorläufig sein kann: Was heutzutage als typisch für den Online-Journalismus gilt, kann morgen schon überholt sein, da dieser Bereich noch in der Entwicklung begriffen ist.“

Aufbauend auf diese Aussage, formuliert Quandt eine „vorläufige Arbeitsdefinition“ für den Online-Journalismus:

• Makroebene

Online-Journalismus als Teil des traditionellen Journalismus bereitet Informationen beziehungsweise für die Gesellschaft relevante, nonfiktionale Ereignisse auf der technologischen Basis des Mediums Internet auf. Hierbei wird vor allem ein Fokus auf den Umfang der erreichten Rezipientengruppen gelegt.

• Mesoebene

Auch die Organisationseinheiten im webbasierten Journalismus sind durch Unterschiede festzuhalten – eine Besonderheit hierbei wäre beispielsweise, dass auch Einzelpersonen professionell im Rahmen des Online-Journalismus auftreten können.

• Mikroebene

Im Gegensatz dazu wird formuliert, dass journalistische Aussagen von professionellen Kommunikatoren hergestellt werden – der Schwerpunkt hierbei liegt auf der Publikation von Inhalten für das Internet.

Dies ergibt sich auch daraus, dass sowohl das Medium Internet, als auch der Wandel der Gesellschaft als Prozess zu sehen sind, der keineswegs abgeschlossen zu sein scheint. Dieser Umstand erschwert nicht nur die Begriffsbestimmung, sondern auch die empirische Erforschbarkeit.

Es gibt verschiedene Arten, eine Tageszeitung online zu repräsentieren – hierbei geht es vor allem darum, wem die Inhalte zugänglich gemacht werden beziehungsweise, ob diese kostenfrei einzusehen sind.

 
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