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2. Theoretische Grundlagen

2.1. Journalismus

2.1.1. „Journalismus“ – ein Definitionsversuch

Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit einem Themengebiet ist es von Nutzen, zuallererst den semantischen Wert eines Begriffs zu fassen. Im Rahmen dieser Arbeit bietet es sich an, den Terminus „Journalismus“ näher zu betrachten.

Der Duden definiert den Journalismus als besondere Art von „Zeitungsschriftstellerei“ oder „Pressewesen“.

Weßler, 2002 teilt den Journalismus in drei Ebenen.

Auf der Mikroebene wird die Perspektive des journalistischen Handelns angesiedelt – hier wird Journalismus beschrieben als das, was Journalisten und Journalistinnen tun. Hierbei gilt es zu erwähnen, dass nicht der Mensch als Person sondern in seiner Rolle zu betrachten ist.

Die Mesoebene umfasst die Blickrichtung, dass Journalismus den Prozess beschreibt, der in und zwischen auf Journalismus spezialisierten Organisationen geschieht. Diese Blickrichtung geht weg von der einzelnen Person hin zu gesamten Redaktionen oder ähnlichen journalistischen Organisationen – es gilt also auch, die Hierarchien und Entscheidungswege zu bedenken.

Die Makroebene beschreibt den Journalismus systemtheoretisch als Teilsystem der Gesellschaft. Angelehnt an Luhmanns Systemtheorie beschreibt Weßler, 2002 hier den Journalismus als Teilsystem mit seiner eigenen ganz bestimmten (Primär-)Funktion für die Gesamtgesellschaft.

Als Basisfunktion der Massenmedien sieht Bosshart, 2007 beispielsweise Beschaffung, Verarbeitung und Verbreitung von Informationen. Dies würde also bedeuten, dass der Journalismus primär die Aufgabe hat, faktische Nachrichten der Gesellschaft zugänglich zu machen.

Für Kunczik und Zipfel, 2005 befinden sich der Journalismus und somit seine Definition im stetigen Wandel – hierbei müssen Faktoren, wie sich verändernde Gesellschaft, Öffentlichkeit, Medienwelt, Technik etc. mit einbezogen werden.

Als momentan gültige Beschreibung des Begriffs Journalismus nennen sie den DJV 1999, 64f., welcher Kriterien bestimmt, nach welchen jemand als Journalist gilt. Beispiele hierfür wären die Mitarbeit in einem Medienunternehmen wie Printmedien, Fernsehen, Radio, etc., die hauptberufliche Beschäftigung mit Information, Meinung und Unterhaltung, Recherche, Selektion und Ähnliches.

Ein weiteres Kriterium wäre die Arbeit im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit

– Kunczik und Zipfel, 2005 geben hierbei zu bedenken, dass Journalismus vor allem nach einer Fremddarstellung strebt, welche in der Öffentlichkeitsarbeit durch die Selbstdarstellung nicht gegeben ist.

Bernd Blöbaum, 1994 nennt in diesem Zusammenhang den Journalismus ein Instrument, das der Definition entspricht, der Gesellschaft zu ermöglichen, sich stets selbst zu beobachten. Der Journalismus erhält in diesem Zusammenhang eine Art „Wächterfunktion“, indem er der Gesellschaft eine Art Spiegel vorhält.

Aus der Aufarbeitung des Begriffs Journalismus ergeben sich zahlreiche neue Fragen. Auch Begriffe wie Massenmedien, Information und Gesellschaft müssten für die nähere Betrachtung genauer definiert werden – dies wäre dem Rahmen dieser Untersuchung jedoch nicht gerecht.

 
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