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5 Zusammenfassung und Implikationen

Im Rahmen dieses letzten Kapitels werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und mögliche Implikationen für die praktische Arbeit von Fachverlagen im Weiterbildungsmarkt erläutert. Abschließend werden die Untersuchungsergebnisse noch einmal kritisch betrachtet und mögliche Ansatzpunkte für zukünftige betriebswirtschaftliche Untersuchungen zur wWB gegeben.

5.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse

Die Ergebnisse der Analyse haben gezeigt, dass trotz des großen politischen und bildungswissenschaftlichen Interesses der Weiterbildungsmarkt betriebswirtschaftlich unzureichend erforscht ist. Aufgrund der Heterogenität der Anbieterstruktur lässt sich die Marktgröße nicht genau festlegen. Vollerhebungen sind daher nur unter großem Aufwand möglich (vgl. Nuissl & Brandt 2009). Auch eine detaillierte Untersuchung aller Marktakteure ist aufgrund der Datenlage nicht zielführend. Herausgestellt hat sich jedoch, dass die „Anbieterseite [...] gekennzeichnet [ist] durch einen polypolistischen Markt, d.h. eine Vielzahl von kleinen Anbietern haben sich auf spezifische Segmente und Produkte fokussiert“ (Euler et al. 2005, S. 96). Erschwert wurde die Untersuchung zudem dadurch, dass Autoren mit unterschiedlichen Definitionen des Terminus „wissenschaftliche Weiterbildung“ arbeiten. Es herrscht in der Wissenschaft kein Konsens darüber, welche Angebote der wWB und welche den klassischen Bildungswegen zuzuordnen sind. Winand et al. (2005) meinen zudem, dass „von einer zunehmenden Konvergenz der Märkte klassischer akademischer Ausbildung und der akademischen Weiter- und Fortbildung auszugehen ist“ (S. 65).

Es konnte im Rahmen der Arbeit die zunehmende Bedeutung von ELearning und der damit in Verbindung stehenden Technologien herausgestellt werden. Zweifelsohne ist damit der Einsatz digitaler, netzbasierter Medien aus der gesamten Bildungspraxis nicht mehr wegzudenken. In Zukunft wird folglich auch ein beachtlicher Teil der WB multimedial/virtuell stattfinden (vgl. Kleinmann & Wannemacher 2006). Bei einem Markteintritt von Fachverlagen bietet diese Entwicklung jedoch große Chancen, da sie die schnelle Verbreitung von Bildungsinhalten und die Skalierbarkeit der entsprechenden Geschäftsmodelle ermöglicht.

Die wachsende Bedeutung digitaler Medien legt die Frage nah, ob die klassische Lehrtätigkeit zunehmend obsolet wird. Owens und Price (2010) fassen diesen derzeitigen Trend wie folgt zusammen: “Education is on the threshold of being transformed through the application, integration and utilization of learning technologies” (S. 136). Während vor wenigen Jahren der Nutzen von Weiterbildungsanbietern in ihrem Wissensvorsprung begründet lag, sind heute die meisten Bildungs- und Weiterbildungsinhalte kostenlos im Internet, teils zum aktiven Download, verfügbar. Jedoch sind sich Experten weitestgehend darin einig, dass die klassische Lehrtätigkeit nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Passanisi und Peters (2012) konstatieren dies wie folgt: „While technology cannot replace a classroom, teachers would be remiss if they did not take advantage of the multitude of ways in which technological advances can help them further improve their craft.“ Auch die im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Geschäftsmodelle werden durch die Nutzung moderner IKT unterstützt, ersetzen jedoch die klassische Lehrtätigkeit nicht vollends. Daraus ergeben sich mithin folgende Implikationen für Fachverlage, die die erläuterten Entwicklungen berücksichtigen.

 
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