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Motivation

Gründe, sich für ein weiterbildendes Hochschulstudium oder andere formale Bildungsgänge zu entscheiden, gibt es viele, aber für die Mehrzahl aller Studenten stehen ein höherer Qualifikationsstand, ein höheres Einkommen oder ein sicherer Arbeitsplatz verbunden mit besseren Karrierechancen im Vordergrund. Wurde vor wenigen Jahrzehnten ein Studium oft noch als Selbstfindungs- und Orientierungsphase genutzt, so ist dies für Studenten heutzutage kaum noch von Bedeutung (vgl. BMBF 2011 [1]). Früher reichte ein Studium oft als Grundlage für das gesamte Berufsleben aus. Doch durch den immer schneller werdenden wissenschaftlichen und technischen Fortschritt sind die Menschen heute gezwungen, ihre Qualifikationen fortwährend auszubauen. Vor allem in Fächern mit guten Berufsaussichten stellen HS zudem oft fest, dass BachelorAbsolventen nach einer Phase beruflicher Tätigkeit zurückkehren, um sich wissenschaftlich weiterzubilden sowohl in Form formaler Bildungsgänge als auch durch die Teilnahme an non-formalen Weiterbildungsangeboten. Häufig erfolgen diese Tätigkeiten dabei berufsbegleitend (vgl. HRK 2008).

Im Rahmen der AES werden die Teilnehmer non-formaler Weiterbildungsveranstaltungen ebenfalls nach ihrer Motivation befragt. Die am häufigsten genannte Teilnahmemotivation ist dabei „um meine berufliche Tätigkeit besser ausüben zu können und beruflich voranzukommen“ (Rosenbladt & Bilger 2011, S. 169). An zweiter Stelle folgt das Motiv „um mein Wissen/meine Fähigkeiten zu einem Thema, das mich interessiert, zu erweitern“ (ebd., S. 170). Überraschend ist jedoch, dass 22% der Befragten antworten, dass eines ihrer Teilnahmemotive die Verpflichtung des Arbeitgebers sei. Auffallend ist ebenfalls, dass Befragte mit hoher Schulbildung häufiger das Motiv äußern, „Wissen bzw. Fähigkeiten zu interessierten Themen zu erweitern“ (ebd., S. 171).

Zweifelsohne erhöht die Teilnahme an Weiterbildungsangeboten die Chance auf Einkommenszuwächse und Karrieresprünge. Darüber hinaus gibt es aber vor allem bei prestigeträchtigen Angeboten auch nichtmonetäre Leistungsanreize. Beide Aspekte, sowohl monetäre als auch nicht-monetäre, lassen „eine höhere Arbeitszufriedenheit als auch mehr Motivation und Engagement erwarten“ (vgl. Hartmann & Kuwan 2011, S. 17). Zudem sollte festgehalten werden, dass die erfolgreiche Weiterbildungsteilnahme nicht nur einen Beitrag zu individuellen, sondern auch zu vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen leisten kann. Wie bereits beschrieben, ist die Steigerung der Teilnahme an verschiedensten Weiterbildungsveranstaltungen daher ein erklärtes politisches Ziel.

(Unbefriedigte) Bedürfnisse und Weiterbildungsbarrieren

Betrachtet man die Teilnehmer formaler Bildungsgänge und deren Wünsche und Forderungen, so zeigt sich, dass eine höhere Kooperation zwischen HS und Wirtschaft (46,5%), häufigere Anwendung multimedialer Lerninhalten (25%) und ein höheres Angebot an Teilzeitstudiengängen (25,5%) gefordert wird (vgl. BMBF 2011 [1]). Die HRK hat in dem „Positionspapier zur wissenschaftlichen Weiterbildung“ festgestellt, dass Teilnehmer oft ein knappes Zeitbudget haben, die Zeit bestmöglich nutzen möchten und hohe Anforderungen an die Lehrqualität stellen. Für die Dozenten jedoch „ist die Arbeit mit den in der Regel sehr motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern oft besonders befriedigend“ (2008, S. 7-8).

Im Rahmen der AES und somit primär für den Bereich der non-formalen Bildungsgänge werden mögliche Weiterbildungsbarrieren[1] erfasst. Am häufigsten genannt werden dabei Gründe aus dem Themenbereich „allgemeine Einstellung bzw. fehlende Nutzenerwartung“ (66%). Eine Vielzahl der Befragten sieht demnach keinen beruflichen oder privaten Mehrwert in der Teilnahme an Weiterbildungsaktivitäten. Aufgrund der Untersuchung berufsbegleitender Angebote sind für die vorliegende Arbeit Gründe im Kontext der „persönlichen Lebenssituation“ jedoch von größerer Bedeutung. Familiäre Verpflichtungen (32%) oder berufliche Belastung (27%) sind weitere wichtige Hindernisse für die Teilnahme an Weiterbildungsangeboten. Seltener, aber dennoch genannt, werden von den Befragten zu hohe Kosten oder ein mangelndes Angebot in der näheren Umgebung (vgl. Rosenbladt & Bilger 2011).

  • [1] Diese werden verstanden als „influencing factors reducing the probability of adults to participate in adult learning activities” (Kuwan & Larsson 2008, S. 58).
 
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