Desktop-Version

Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Der einheitliche EU-Zahlungsverkehr

< Zurück   INHALT   Weiter >

2.3 Zusammenfassung der Erkenntnisse

PSD und SEPA bilden aus Sicht der Regulatoren das Fundament der Transformation des EU-Zahlungsverkehrs. Allein durch die Verabschiedung des SEPAEnddatums, die bevorstehende Marktkonsolidierung und die Steigerung des Grades der Standardisierung werden nach Meinung der Regulatoren im Zahlungsverkehr Landesgrenzen und kulturelle Besonderheiten an Bedeutung verlieren. Der EU-Zahlungsverkehr wird unter dieser Prämisse einen weiteren Schritt in Richtung eines einheitlichen Rechtrahmens und Zahlungsmarkts vollziehen und den europäischen Binnenmarkt zusätzlich stärken. [1]

Mit Blick auf die SEPA-Instrumente spielt insbesondere das Kartengeschäft für die Regulatoren eine bedeutende Rolle. Denn die Verbreitung von Kartenzahlungen, ob kartenbasiert oder virtuell, wird zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen. Allerdings weist der europäische Markt im Kartengeschäft noch immer eine besonders hohe Fragmentierung auf. Dies ist einmal mehr Anlass für die Regulatoren, eine Transformation des Kartengeschäfts herbeizuführen, um die Effektivität und Vorbildfunktion eines einheitlichen EU-Binnenmarkts zu erfüllen. [2]

Weiterhin hat SEPA nach Ansicht der Regulatoren auch Auswirkungen auf andere Zahlungsverkehrsinitiativen bzw. Instrumente wie die E-Payments[3] und M-Payments[4]. Erste Initiativen, z. B. das SEPA-ePayments-Framework im Rahmen von E-SEPA[5] und die Generierung von SEPA-spezifischen Value Added Services im Onlinehandel, zeigen Auswirkungen auf die Entwicklung im E-Commerce. [6] Ähnlich ist es mit den Bestrebungen zur Liberalisierung der MPayments in Europa, wo bereits das EPC unter der Bezeichnung „SEPA-Mobile“ die Version 2.0 des White Papers Mobile Payments veröffentlicht hat. Auch hier folgt die Entwicklung der M-Payments den Visionen der Regulatoren, was anlehnend an SEPA auch die Gründung einheitlicher Standards und Normen für Europa umfasst. [7]

  • [1] Vgl. European Commission (2007b, S. 154 ff.); Huch (2013) Kap. 4.
  • [2] Vgl. Capgemini et al. (2011); European Commission (2007b, S. 79 ff.); European Commission (2006a).
  • [3] Unter E-Payments werden alle Onlinezahlungen wie bei E-Commerce Transaktionen verstanden. Vgl. Hartmann (2006, S. 7).
  • [4] Unter M-Payments werden in Anlehnung an die Definition der ECB: „A payment where a mobile device (e.g. a phone or Personal Digital Assistant (PDA)) is used at least for the initiation of the payment order and potentially also for the transfer of funds.“ ecb.int/home/glossary/html/glossm.en.html, alle Zahlungstransaktionen verstanden, die mit dem mobilen Handheld oder Telefon durchgeführt werden, auch wenn diese nur das Einloggen in das Onlinebanking beinhalten und die Zahlung dort mittels Transaktionsnummer durchgeführt wird.
  • [5] Das SEPA-e-Payment-Framework ist eine Initiative des E-Commerce-Sektors zur Schaffung paneuropäischer Onlinezahlungsinstrumente.
  • [6] Vgl. Lycklama, Liezenberg (2010, S. 16).
  • [7] Vgl. European Payment Council (18th 2010).
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >